#Zurückgeschaut 06/2021

Monatsrückblick № 62
So langsam entwickelt sich unser Blog zu reinen Retrospektiven. Es fehlt an Zeit oder Lust oder an Beidem. Wir wissen, dass es sich auch wieder aktiver hier gestalten wird, aber momentan ist und bleibt es ruhig hier. Wir hoffen du schaust dennoch immer mal bei uns vorbei und bleibst uns erhalten!

| Aktuelle Geschichte(n) |

Kerstin hört
„Die Detektive vom Bhoot-Basar“
von Deepa Anappara

Hier stecke ich schon mittendrin, lausche der Stimme des Sprechers Roman Knižka und entfleuche ins heutige Indien. Ganz klar ein Coming-of-age, mit Krimi-Elementen und, mir noch viel wichtiger, einer ganz großen Erzählkunst zu den Menschen, deren Lebensum- und Zuständen. Ganz großes Kino für die Ohren.

#DiverserLesen

Janna stapelt ihre
aktuellsten Neuzugänge

Bedingt durch ein Jahr, welches sich gänzlich anders entwickelt als geplant und belastend wie kräftezehrend ist, habe ich momentan keinen Kopf für Prints. Drei Seiten schaffe ich, dann entschwinden meine Gedanken und ich kann mich nicht auf die Geschichte einlassen. Somit ist auch diesmal wieder „Die Götter müssen sterben“ von Nora Bendzko zu sehen. Bislang habe ich etwas über 100 Seiten gelesen und bin verzückt. Da ich nicht halbherzig lesen möchte, liegt es nun erstmal angefangen auf meinem Nachttisch und wartet auf mich. Auch meine weiteren Neuzugänge will ich am liebsten sofort verschlingen, weiß aber das ich mich auch auf deren Inhalte momentan nicht gänzlich einlassen kann. Somit warten Magret Kindermann (Herz des Todes), Eleanor Bardilac (Knochenblumen welken nicht) und Elea Brandt (Mutterschoß) ebenfalls auf ihre Zeit.

| Top & Flop des Monats |

Kerstin:
Für manche vielleicht kaum vorstellbar, aber mein Flop war „Das Jahr der Hexen„. Die Darstellungen der Hexen (Frauen) war durch und durch negativ behaftet. Tanzende, sexgierige, bösartige Wesen, die an allem die Schuld tragen? Eine menstruierende junge Frau, die damit einen See „verunreinigt“ und das Böse hervorbeschwört? Kein Wort über die Bösartigkeit der patriachichen Welt, ein Getue um Propheten und ihre Söhne, eine unheilvolle Romanze gepaart mit einer Weltenrettungsgeschichte. Ein no-go für mich die Sache mit der Beschneidung bei den Frauen. Nee Leute echt, das geht für mich nicht, Fiktive Welt hin oder her. Dieses Wortes wird zweckentfremdet und auch wenn es im Buch für eine grausame Zeichnung der Frauen und der damit verbundenen Unterwürfigkeit steht, ist es ganz weit weg von dem, was es in der realen Welt anrichtet!

Janna:
Einen Flop hatte ich trotz Abbruch keinen, ich kam nur einfach nicht in die Geschichte hinein. Ich kann nicht mal sagen, ob meine Gedanken momentan zu flatterig sind oder mich der Inhalt nicht ansprach, da Lesen und Hören in diesem Monat, wenn überhaupt, eher nebenher lief. Außer bei meinem Highlight! „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“ von Alice Hasters hat mich eingenommen, begeistert, nachdenklich gemacht und mich selbstkritisch mit mir selbst auseinandersetzen lassen. Ob Hören oder Lesen, allen die diesen Titel noch nicht kennen, empfehle ich einen Kauf! Auch jenen Menschen, die glauben Antirassismus bereits verinnerlicht zu haben.

| Begleitende Worte |

Kerstin hat 2 Prints gelesen und 4 Titel gehört:
1. „Das Jahr der Hexen“ | Alexis Henderson (Hörbuch)
Abgebrochen und das so bei ca. 3/4 der gesamten Hörbuchzeit. Schade, ich hatte mir etwas gänzlich anderes erhofft. Mir war es zu klischeebeladen, sowie unvollständig in vielen Hintergrundinfos.
2. „Blutiger Winter“ | Tom Callaghan
Ein richtiger Thriller, mit guten und bösen Gestalten, sehr viel, sehr grausamer Gewalt, politischen Intrigen und einer eisigen Landschaft in Kirgisistan. Tolles Setting und ein paar der Gestalten mochte ich sogar. Auf jeden Fall sehr spannend.
3. „Ein feiner dunkler Riss“ | Joe R. Lansdale
Schon das 2. Buch aus der Feder des Autoren und wieder hat es mir sehr gut gefallen. Erzählt aus der Sicht des im Jahr 13. jährigen Stanley ist es eine Retroperspektive ins Jahr 1958. Es beginnt eher harmlos, steigert sich aber stetig, bis eine alte Geschichte sich erklärt.
4. „Rache“ | Dean Koontz (Jane Hawk-Reihe, Band 4, Hörbuch)
Abgeschlossen und zufrieden mit der Reihe. Bei diesem Band habe ich insbesondere die unterschiedlichen Perspektiven gemocht, die Art zu erzählen wie die menschlichen Reaktionen waren und wie letztendlich alles zusammenspielte.
5. „Matthew Corbett und die Hexe von Found Royal“ | Robert McCammon
( Hörbuch Band 1 & 2)
Spannende Unterhaltung, sehr interessantes Setting in dieser neuen Siedlung, fern jeglicher Zivilisation, aber mir zu voll mit allem möglichen Input. Es hat sich mir zu sehr in die Länge gezogen, enthielt eine sehr vorhersehbare Liebelei und auch wenn es spannend war zu erfahren, wie die Menschen sich gegenseitig das Leben schwer machten, fehlte es mir doch sehr an Tiefe.
———
Meine Leseliste
Meine SuBventur

Janna hat 3 Prints gelesen und 5 Titel gehört:
1. „Artemis“ | Andy Weir
Ein wundervoll eingesprochenes Hörbuch mit einer gelungenen Geschichte, die irgendwo 2080 spielt, weit entfernt von der Erde. Protagonistin Jazz Bashara mochte ich von Beginn an und auch der Verlauf der Ereignisse nahm mich ein.
2. „Der Fallmeister – Eine kurze Geschichte vom Töten“ | Christoph Ransmayr [abgebrochen]
Ich kann nicht wirklich sagen, dass es am Inhalt liegt, wobei es mir etwas zu ab/ausschweifend ist. Aber eine Erzählung passt momentan auch grundlegend nicht für mich, zu flatterhaft sind meine Gedanken, als das ich mich gänzlich darauf konzentrieren kann.
3. „So etwas wie Poesie“ | Jill Graf & Madeleine Hold
Lyrik, Poesie, ein Spiel mit Worten und Gefühlen. Besonders solche Texte sind in ihrem Erlesen individuell, da es um Emotionen geht. Diese zu bewerten finde ich äußerst schwer, aber ich hatte mir etwas mehr erhofft, denn leider sind es nur wenige die mich berühren.
4. „Hexenkessel“ | Martin Krist (Freak City-Reihe, Band 1)
Ich höre und lese ja nur noch äußerst selten Thriller, doch dieser von Martin Krist gefiel mir gut, schon aufgrund der beiden Protagonist:innen. Das jedoch rassistische Äußerungen von Protas genutzt werden, dämpfte das Ganze …
5. „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“ | Alice Hasters
Alltagsrassismus und wie tief dieser verankert ist, zeigt Alice Hasters anhand persönlicher Erfahrungen. Das (Hör)Buch ist ein gelungener Mix aus Sachbuch und Autobiografie, das mir einen Einblick gewährte und mich (nochmals) sensibilisierte. Absolute Hör- oder Leseempfehlung! Und die Autorin zeigt wundervoll, wie gut sich gendergerechte Sprache (vor)lesen lässt.
6. „The Sandman“ | Hörspiel nach Vorlage von Neil Gaiman
Ich kenne die Vorlage nicht, hatte mir aber mehr versprochen als ich bekam. Es ist ein gutes Hörspiel, welches ich gerne gehört habe, aber irgendwie fehlte mir etwas.
7. „Lange laut lachen“ | Jess Tartas
Trauer und Lachen. Schmerz und Freude. Erinnerungen die berühren, Worte die Bilder entstehen lassen, ich möchte mehr von Jess lesen!
8. „Ableismus“ | Tanja Kollodzieyski
Davon hätte ich gerne mehr als ein Heft gehabt und ich denke Tanjas Buchtipps werde ich mir noch genauer anschauen! Es gibt aber einen guten Einblick und sensibilisiert. Wie die Autorin selbst schreibt, so ein Heft gibt nicht genug Raum, um auf alle Feinheiten einzugehen.
———
Geschichten, die nicht diesen Monat gelesen, aber rezensiert wurden:
Dunkelsprung“ von Leonie Swann
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Meine begleitenden Worte
Meine SuBventur

| #wortberauscht |

„Auf manche Fragen gibt es Antworten, auf andere nicht.“

Kerstins Quelle: „Ein feiner dunkler Riss“ von Joe R. Lansdale

Orte zerfallen wie die Erinnerungen an sie, und wie alte Knochen in Särgen liegen sie, wenn sie überhaupt noch sind, im Trümmern und tragen nichts; weil es nichts gibt, das Halt bräuchte.

Jannas Quelle: „Lange laut lachen“ von Jess Tartas

| Kaffeeklatsch |

Jannas Gönnung

Was bin ich glücklich über diesen Kauf! Der Fahrradanhänger ist selbst beladen kaum zu spüren, ich habe mich bei meiner ersten Tour immer umgeblickt, aus Angst ich hätte nicht mitbekommen, das der Hänger sich gelöst hat. Eine Investition die sich gelohnt hat.

Jannas Notizen

Ich habe endlich mein Notizbuch verziert und der Laptop wird folgen!

Gestaltest du auch gern mit einem persönlichen Akzent? (egal ob Notizbücher, Handy oder anderes)

Kerstin at work

Ja, ich bin ein Landei, durch und durch. Im Brotjob sitze ich den ganzen Tag am PC, bearbeite Listen, beantworte Anfragen und Co., tippe, drucke und maile. Da muss ich in meiner freien Zeit raus, auch wenn es bedeutet einmal Heu zu machen.

#Wortspielchallenge

Eine Aktion von Jasmin Zipperling, Vanida Karun und Kristina Günak.

Im Zuge eines Bücherspiels (bookopoly) habe ich aufgrund eines Klappentextes eine kurze Geschichte verfasst, die du *hier* lesen kannst. Dann kam eine wundervolle Aktion und ein Textauszug von mir wurde mehrfach professionell eingesprochen, wow!

Foto © Jasmin Zipperling

Achtzehn wundervolle Vertonungen, die meinen Worten Leben einhauchen.
Die Verlinkungen führen zum Hörerlebnis, eventuell muss gewischt werden, da mehrere Texte in einem Beitrag eingelesen wurden:

  1. Mathias Grimm
  2. Barbara Pehlke
  3. Dagmar Bittner
  4. Lilian Wilfart
  5. Martin Winkelmann
  6. Kaja Sesterhenn
  7. Juliane Hempel
  8. Christine Kutschera
  9. Johannes Quester
  10. Katja Pilaski
  11. Julia Lowack
  12. Vanida Karun
  13. Antje Hartmann
  14. Sarah Liu
  15. Gordon Golletz
  16. Torben Sterner
  17. Susanne Hauf
  18. Henriette Schreurs

Wenn du die Worte erlauscht hast, welche Stimme sagt dir besonders zu?

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4 Kommentare
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Gabi
3 Monate her

Hallo ihr zwei, mir kommt es so vor, als würden ganz viele lieb gewonnene BloggerInnen damit kämpfen, die gewohnte und übliche Kreativität und Energie in den Blog zu stecken. Ja, ich kann mich da auch einreihen. Die Gesundheit spielt nicht mit, Corona kommt noch dazu, Gründe gibt es sicher bei jedem genug. Einerseits sage ich immer, man sollte sich nicht zu seinem schönen Hobby zwingen. Wenn es im Moment nicht passt, dann ist es vernünftig, zurückzuschrauben. Andererseits vermisse ich den regen Austausch schon – auch wenn ich selbst Schuld bin, weil ich auch sehr wenig kommentiere. Was ich eigentlich damit… Weiterlesen

Janna
wortberauscht
Reply to  Gabi
3 Monate her

Hallo du eine (=

Das kommt dir nicht nur s vor, viele bloggen weitaus weniger und machen dementsprechend weniger Kommi-Runden. Ich denke auch das die Pandemie da Einfluss darauf hat und wie du auch schreibst, kommen dann die eigenen Päckchen noch dazu. Dies führt zu mindestens bei mir zu fehlender Zeit und Lustlosigkeit. Und dann ist es auch die Jahreszeit, ab´Juni wird es meist ruhiger im Bloggversum. Aber das Vermissen fühle ich, geht mir auch so.
Und gerade deswegen würde es mich umso mehr freuen, wenn wir „Mutterschoß“ gemeinsam lesen würden *-*

Hab einen muckeligen Sonntag!

Aleshanee
3 Monate her

Hallo ihr beiden! Jetzt komme ich auch endlich mal dazu, bei eurem Monatsrückblick vorbeizuschauen, momentan hab ich auch leider sehr wenig Zeit … Lansdale und Robert McCammon stechen mir da direkt ins Auge! Von Lansdale hab ich ja bisher auch erst 2-3 Bücher gelesen, aber ich mag seinen schwarzen Humor sehr xD Die Reihe um Matthew Corbett finde ich klasse, freu mich sehr auf den nächsten Band, der Ende des Jahres erscheint :) „Artemis“ von Andy Weir hat mir auch gut gefallen. Das erinnert mich sofort an eine Rezension einer Bloggerin, die sich immens aufgeregt hat über die unsensible Wahrnehmung… Weiterlesen

Janna
wortberauscht
Reply to  Aleshanee
3 Monate her

Huhu Aleshanee!

Gerade was das Bloggen betrifft, ist es bei vielen ruhig geworden, auch im Austausch. Kerstin und mir ergeht es nicht anders, umso mehr freuen wir uns, wenn dann doch Austausch stattfindet <3

Matthew Corbett und die Hexen fand ich großartig, beide Bücher hintereinander gelesen. Und was die unsensible Wahrnehmung es Autors von „Artemis“ betrifft muss ich leide gestehen, nun neugierig zu sein – vor allem worauf es sich bezieht.ch hatte es gehört und mochte die Geschichte.

Hab einen hoffentlich nicht zu stressigen Juli und Lesezeit sowie Leselust (=