„Zeichen setzen“ | Andreas Venzke

Das Buch wurde mir vom Verlag kostenlos zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung gestellt. Meine Rezension basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Leseeindrücken und wird durch eine Bereitstellung des Buches nicht beeinflusst.


Lehrstunden

Wer an sich glaubt und mutig neue Wege geht, kann die Welt ein Stück verändern. Zwölf Lebensläufe bekannter Frauen zeigen, wie das möglich ist. Ob als Unternehmerin, Widerstandskämpferin, Kinderrechtsaktivistin, Wissenschaftlerin, Künstlerin oder Weltreisende – sie alle haben mit ihren Taten und Werken ein Zeichen gesetzt für ein freies und selbstbestimmtes Leben aller Menschen.

Inhalt Kaut Verlag

Dieses handliche Buch ist als Kinder- und Jugendbuch eine Bereicherung für jede Hausbibliothek. Einerseits ist es hübsch anzusehen und andererseits bringt es Wissen um 12 berühmte Frauen mit sich, was gerade für junge Menschen spannend, interessant und informativ ist.

Das Buch habe ich mit meiner Teenie-Tochter gelesen und selbst nochmals mein Wissen Revue passieren lassen. Alle der 12 Frauen waren mir bekannt, die aus längst vergangenen Zeiten ebenso, wie die im Moment immer noch aktiven.

Kurz und Knapp sind die einzelnen Kapitel gehalten, geben aber für das dem Alter entsprechenden Zielgruppen genug Informationen ab. Für mich, als an historischen Hintergründen interessierte Frau, hätte es weit aus mehr sehr dürfen, so wurde aber Tochter nicht mit Zahlen, Daten und Fakten überfordert.
Das kurze Anreißen der einzelnen Portraits genügte vollkommen, um erste Erkenntnisse zu bekommen und sich der Stellung der Frau, gerade in den vergangenen Epochen, bewusst zu werden.

Die Portraits sind in unterschiedlichen Stilrichtungen verfasst. Das kann die Sichtweise einer dritten Person sein, ein Interview mit der Person selbst oder eine Ich-Form. Gepasst hat alles.
Besonders die Geschichte um Malala Yousafzai hatte Tochter schwer beeindruckt und sogar wütend gestimmt, ob der Gewalt die dieser jungen Frau angetan wurde und die stetig vorhandene Gefahr die sie sich aussetzt. Bewusst wurde der Mut aller im Buch geschilderten Frauen stark unterstrichen. Ihre Hartnäckigkeit und dem sich nicht unterkriegen lassen. Aber auch die Komponenten, der sich ihnen in den Weg gestellten Schwierigkeiten wurden angesprochen.

Auf jeden Fall sollten junge Leser_innen eine Art Begleitung beim Lesen erhalten.
Da gibt es so viel anzusprechen, aufzuarbeiten und zu hinterfragen, auch da nicht jeder Lebenslauf positiv verlief. Hier war es Sophie Scholl, die uns noch viel hat besprechen lassen.

Zu jedem der Portraits gibt es ein gesondertes „Kästchen“ in dem die jeweilige Epoche, beziehungsweise Besonderheiten ihren Raum fanden. Ebenfalls nur kurze und gut zu lesende Einspieler.

Das Buch ist mit Bildern der jeweiligen Frauen bestückt. Manche Echtzeitfotografien, nei anderen Bildnisse, wie man sie aus den Geschichtsbüchern kennt. Mir fehlte allerdings die Farbe im Buchinneren, denn im Gegensatz zu dem farbenprächtigen Cover, ist im Inneren alles in schwarz-weiß gehalten.

Die dar- und vorgestellten Frauen haben alle einen direkten oder indirekten Einfluss auf die gesellschaftliche Stellung der Frauen bewirkt. Manche vor sehr langer Zeit, andere tun es aktuell noch immer.
Vielleicht fragt sich manch einer, wieso eine Katharina von Bora, mit ihren Handlungen zu ihren Lebzeiten im 16. Jahrhundert, auch heute noch Einfluss üben kann. Es war ihr Gespür für Gleichberechtigung und ein eigenständiges, nicht dem Manne unterworfenes Leben, dass diese Frau so geprägt hat. Beeindruckend, ebenso wie alle anderen 11 vorgestellten Frauen, die vielen ein Vorbild sind und deren mutige Taten, selbst bestimmten Lebensweisen und Beiträge zu Kunst und Forschung mehr als nachahmenswert sind.

In den Regalen des Impian Verlages gibt es noch sehr viele andere Bücher wie dieses, die sich um Historische Hintergründe, berühmte Persönlichkeiten und Zeit-Epochen befasst.
Vom Preis her finde ich diese Bücher absolut unschlagbar und gerade geschichtlich interessierte Kinder, Jugendliche, junge Heranwachsende und auch Erwachsene, finden da einiges an Input.

Dieses Buch könnte Zeichen setzen, insbesondere da sich noch sehr viele Frauen in der Geschichte der Menschen findet, deren Lebenswege besonders waren oder sind, deren mutige Entscheidungen manchen Mann (vor Neid?) erblassen lassen und die allen Unkenrufen zum Trotz ihr Ding durchgezogen haben. Manche um ihrer selbst Willen, andere um zu helfen, unterstützen oder der Allgemeinheit zu „dienen“.
Maria Sybilla Merian, Josephine Peary, Trotula von Salerno, Junko Tabei und viele viele mehr.

So long, Mädchen! Geh deinen Weg! Lass dich nicht unterkriegen!

Seite 116

Rezension verfasst von © Kerstin


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Buchdetails
Titel: Zeichen setzen – 12 Portraits berühmter Frauen
Buchreihe:  Einzelband, 112 Seiten
Autor: Andreas Venzke
Illustatorin: Katja Wehner
Verlag: Impian
— Rezensionsexemplar —

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Nico aus dem Buchwinkel
4 Monate her

Liebe Kerstin,

Von solchen Büchern kann Es nie genug geben… Ich selbst nutze die „Good Night Stories“, um meinen Grundschüler*innen immer wieder die Errungenschaften berühmter Frauen vorzustellen und darüber zu reden. Mir ist es wichtig, dass die kleinen von Anfang an lernen, dass Frauen mindestens genauso viel können wie Männer. ☺️

Liebe Grüße,
Nico