„Wasteland“ | Judith C. Vogt & Christian Vogt

Ein nicht gänzlich unvorstellbares Szenario

Einnehmend und spannend geschrieben, mit vielschichtigen Charakteren und einer ausführlichen Triggerwarnung am Ende des Buches.

Die alten Regeln gelten nicht mehr, seit drei Kriege und das Wasteland-Virus die Menschheit beinahe ausgelöscht haben. Marodierende Banden beherrschen das Land, und auf dem freien Markt sind Waren nur im Tausch gegen Gefallen zu haben. Um an Medikamente zu kommen, lässt sich die herumreisende Laylay auf ein Geschäft ein: Weil sie als Einzige immun gegen das Virus ist, soll sie den Marktbewohner Zeeto in der Todeszone aufspüren. Als sie ihn findet, ist er bereits infiziert. Zudem hat er etwas in einer geheimen Bunker-Anlage gefunden: ein Baby. Und obwohl das Virus Laylay nichts anhaben kann, beginnt sie sich zu verändern …

Klappentext

Lieber Zeeto,

mit dir betrat ich das Ödland, ein Deutschland in ferner Zukunft, in einem Bunker, nicht unweit ein Baby. Und bereits nach wenigen Momenten hattest du mein Leserinnenherz erobert. Nicht nur, weil du dich dem Baby angenommen hast. Es war mir nach wenigen Zeilen klar, dass du ein interessanter und humorvoller Charakter bist. Wie oft ich bei deinen Worten schmunzeln musste (ich glaube wir würden uns gut verstehen). Kurz darauf begegnete ich Lalylay und auch sie mochte ich recht schnell. Und ich ahnte nicht, was ich mit euch erleben würde. Nicht in diesem Ausmaß.

Die Welt, wie ich sie kenne, hast du nie kennengelernt. Du lebst mit deiner Familie und Wahlfamilie auf einem Markt, kennst meine Realität nur durch Filme und Erzählungen. Du lebst in einem Bereich, in dem trotz des Insektensterbens, zu mindestens momentan noch, ein Überleben möglich ist. Doch im Ödland kann sich niemand ohne Schutzmaßnahmen hineinwagen und genau dort begegnete ich dir und der Wastelandkrankheit. Kaum lernte ich dich kennen, begann ich mich bereits von dir zu verabschieden.

Dennoch wich ich dir nicht von der Seite, ebenso wenig wie es Laylay tun konnte. Und noch weniger das Baby, welches du gerettet hast. Ihr habt euch verschiedenste Möglichkeiten überlegt, was es mit Mtoto, dem Baby, und dem Bunker auf sich hat, doch haben wir drei nie mit dem gerechnet, was in dieser verheerenden Nacht geschah.
Du hast nie verschwiegen, was dich ausmacht, was ein Teil von dir ist. Lalylays Vater umso mehr und so sah niemand kommen, was in dieser Nacht geschehen würde und welche Antworten ihr daraufhin erhalten würdet. Und vielleicht, wäre Lalylays Vater ehrlich gewesen, hätte uns alle dieser Moment nicht so erschreckt. Denn ich habe mit vielem gerechnet, aber ganz bestimmt nicht d.a.m.i.t! Doch ich greife vor.

Meine Begegnung mit euch klingt bislang eher traurig und schmerzvoll, doch das ist nichts, was Lalylay oder du bei mir hervorgerufen habt. Laylay und du habt einen wundervollen Umgang mit all den Geschehnissen, die auf euch niederprasseln. Ihr seid Hopers durch und durch, doch ihr verliert dabei nicht den Moment und die Realität aus den Augen. Es ist kein überzogener Optimismus und ihr lasst euch nicht von euren Ängsten beherrschen. Ihr versucht euch mit euch, eurem Sein und den Situationen auseinanderzusetzen. Und zwischen all den Ereignissen ist da dieser wundervolle Humor, welcher sich selbst nicht zu ernst nimmt, sich aber auch über niemanden lächerlich macht. Schon allein dies machte dich mir unglaublich sympathisch.

Ein wenig mehr über Root hätten wir uns aber ehrlicherweise schon lustig machen dürfen. Wie er sich immer dazwischen drängelte, versuchte sein Geheimnis zu bewahren und dabei eine doch etwas anstrengende Art hat sich zu äußern. Aber ich gebe zu, amüsant war es auch. Und dies hat es zwischen den Zeilen gebraucht, wo die Welt ansonsten geplagt ist von Gebieten, die nicht betretbar sind, Insekten, die ausstarben und den Menschengruppierungen, die versuchen andere zu kontrollieren.

Lalylay und dich zu begleiten war ein reines Abenteuer, ein einnehmendes und spannendes. Es rief verschiedene Emotionen hervor und dass du dich ebendiesen so wundervoll hingeben kannst, während Lalylay an deiner Seite steht und dich beschützt, macht eure Geschichte nochmals zu etwas Wundervollem. Keine klassische Liebesgeschichte, keine Rollenklischees, kein vorhersehbarer Verlauf.

Ob es ein Wiedersehen geben wird? Ich möchte an dieser Stelle keine Worte verlieren, sollten auch andere diese Zeilen lesen, sie sollen sich selbst auf den Weg ins Ödland begeben und dich kennenlernen. Sie sollen selbst erfahren, wie es für dich ausging. Aber ich darf erwähnen, dass ich mich schon sehr auf eine erneute Begegnung mit Laylay freue. Vor allem um zu erfahren, ob …

Nun ja, ich weiß nicht, wer heimlich mitliest, aber du wirst wissen, was ich meine und somit warte ich gespannt auf eine weitere Begegnung mit Laylay!

BUCHDETAILS
Titel: Wasteland
Buchreihe: 1. Band
Autor*innen:
Judith C. Vogt & Christian Vogt
Paperback: 400 Seiten
Verlag: Droemer Knaur
Wasteland-Reihe:
Band 1 ~ „Wasteland“
Band 2 ~ „Laylayland“ (in Arbeit)

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