„Roadkill“ | Tanja Hanika

Das Monster neben dir

Blut, Irrsinn und hemmungslose Rache erwarten denjenigen, der seinen Weg verlässt.
Mira und Lars fahren nach einem Besuch bei seinen Eltern von der Autobahn ab, um über abgelegene Landstraßen die Gegend zu erkunden. Nach einem verlassenen Bus finden sie bald auch einen verwirrten Busfahrer und ihr kleines Abenteuer wird zu einer Nacht voller Mord und Blut.
Drei Jugendliche beenden ihre Geocaching-Schatzsuche im Wald, um stattdessen das sagenumwobene Grab einer Hexe aufzuspüren. Dabei wird ein Killer auf sie aufmerksam, der nach einer Bus-Panne durch die Wälder streift. Sie müssen sich fragen: Wird der Killer oder die tote Hexe sie holen kommen?

Klappentext

Was war ich gespannt auf den neuen Horrortrip von Tanja Hanika! Der Klappentext zuckert gut an, ohne wirklich etwas zu verraten und somit wusste ich nicht, was da auf mich zukommen wird. Ähnelt es dem „Angstfresser“ (Rezension)? Wird es ein Blutrausch, ist es Fiktion? Ich begab ich mich in die Tiefen des dunklen Waldes, um es herauszufinden!

Die Geschichte beginnt mit dem Mörder, einem Mann, welcher das Morden genießt und bereits in jungen Jahren damit begann. Doch er ist nicht die einzige Gefahr zwischen Ästen und Zweigen. Viele Tote und mehr als eine Hand die dafür verantwortlich ist!

Mira und Lars fahren auf dem dunklen Weg an einem liegengebliebenem Bus vorbei, während drei Jugendliche sich im Wald vom Geocaching abwenden, um das Hexengrab zu finden. Relativ schnell verdüstert sich die Atmosphäre und die Protagonist:innen beginnen sich beobachtet und unwohl zu fühlen. Doch wer lauert dort hinter den Bäumen? Mörder oder Hexe?

Eben diese Frage löste sich für mich etwas zu schnell auf, auch wenn am Ende nicht deutlich ist, wer dort eventuell noch sein Unwesen treibt. Die Vielzahl an Protagonist:innen wirkte auf mich zunächst etwas überladen, aber im Verlauf der Geschichte absolut stimmig und machen aufgrund der unterschiedlichen Perspektiven einen besonderen Reiz aus. Hier und dort werden unabhängig voneinander Leichen gefunden, doch auch das Morden an sich wird beschrieben – alles andere hätte mich bei der Autorin auch verwundert. Somit ist es keine Geschichte für zartbesaitete Leser:innen, denn Tanja Hanika geht ins blutige Detail!

Die Bäume um ihn herum verschmolzen mit den Schatten, sein ganzer Fokus legte sich auf den Körper vor ihm. Er roch das Blut und spürte, wie das Messer mit seinem Opfer verschmolz, das zusehends mehr erschlaffte.

Seite 10 – 11

Leider gibt es einen Teil in der Geschichte, der mich beim Lesen aus dem Sog der Geschehnisse hinausholte:

*KLICK MICH, um den aufklapparen Spoiler zu lesen* Es gibt eine zweite Mörderin, die aus Notwehr tötete. Ein Taxifahrer nahm sie mit in den Wald, machte deutlich was er von ihr wollte, doch bevor es zu einer Vergewaltigung kam, stach sie zu! Soweit noch nachvollziehbar, wobei ich mir einen Triggerhinweis mehr als gewünscht hätte! – Auch wenn keine Vergewaltigung beschrieben wurde. Leider tötet sie im späteren Verlauf auch einen sogenannten Unschuldigen, was sie in eine Rolle bringt, die mir in Bezug auf die Vorgeschichte so gar nicht zusagte … da hätte ich mir lieber eine mordenden Frau gewünscht, die ihrem Blutrausch nachgeht, als das solch ein Erlebnis sie erst zu den Taten bringt und so im späteren Verlauf noch ein Opfer fordert.

Wer „Scream Run Die“ (Kurzmeinung) kennt, wird sich vielleicht etwas daran erinnert fühlen. Splatter und eine Prise guter(!) Trash treffen auf eine Nacht im Blutrausch. Wer noch nicht viel aus diesem Genre kennt, ob Buch oder Film, sich aber mal hineinwagen möchte, sollte zugreifen. Für Leser:innen die regelmäßig Horror lesen oder schauen, klingt Folgendes nicht deplatziert, sondern zutreffend: du wirst dich gekonnt unterhalten fühlen. Ich liebe es, wenn Horror mit ein wenig Humor vermischt wird. Dennoch wirkt die Geschichte nicht lächerlich und wird besonders durch die mörderischen Perspektiven zu einem Horrorszenario.

Dennoch hoffe ich, dass die Autorin bei ihren kommenden Büchern sich wieder etwas tiefer in die menschliche Psyche und ihre Abgründe wagt. „Roadkill“ habe ich zwar schnell und gerne gelesen, doch einige Feinheiten waren für mich nicht stimmig ausgearbeitet. Da diese Punkte jedoch vom Leseerlebnis etwas vorwegnehmen und ich bereits einen Spoiler eingearbeitet habe, musst du dich selbst in den tiefen dunklen Wald begeben. Doch sobald du dort etwas hinter dir hörst, solltest du laufen!

Nicht nur Blut und Tot warten dort auf dich, auch die Frage nach Moral wird aufgeworfen und ich musste miterleben, wie sich ein Charakter in der Geschichte zu einem Weg ohne Rückkehr entscheidet. Eine Nacht die das Leben fast aller für immer verändern wird. Für mich hätte die Autorin noch etwas mehr zwischen den Ästen und Zweigen wüten dürfen. Es gibt nicht wenig Tote am Ende dieser verhängnisvollen Nacht, aber ich hätte mir mehr Szenen mit dem namenlosen Mörder gewünscht, denn seine Gedanken erschufen eine gelungen beklemmende Atmosphäre!

Rezension verfasst von © Janna


– Weitere Eindrücke –
Myna Kaltschnee
Pandaversum

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Das Buch wurde mir von der Autorin kostenlos zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung gestellt. Meine Rezension basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Leseeindrücken und wird durch eine Bereitstellung des Buches nicht beeinflusst. — Rezensionsexemplar —

Titel: Roadkill
Buchreihe: Einzelband
Autorin: Tanja Hanika
Verlag: BoD | selfpublishing

Konnte ich dich neugierig machen auf die Geschichte?
Oder kennst du diese bereits, wie hat es dir gefallen?

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Anja aka Ana
Anja aka Ana
2 Monate her

Hallöle meine Liebe,

das Buch habe ich mir ja gekauft, als ich bei Dir in der Insta-Vorstellung gesehen habe. Ich fand das Cover einfach zu genial und die Storyline dazu absolut ansprechend.

Ich bin jetzt gespannt was ich zu der Geschichte sagen werde.

Ein wenig verunsichert bin ich jetzt schon.
GLG
Anja

Gabi
2 Monate her

Liebe Janna,
mein einziger Abstecher zu den Büchern Tanka Hanikas (Zwietracht) hat mich leider nicht wirklich überzeugen können. Aber Dein Hinweis auf gekonnten Trash macht mich nun doch wieder neugierig. Zu blutig kann es für mich ja nicht sein ;-) also habe ich da keine Sorge. Ich behalte das Buch doch mal im Auge, allerdings hab ich ja bekannter Maßen eine sehr lange Leseliste.
LG Gabi

Buchperlenblog
3 Monate her

Huhu meine Liebe!
Das Cover taucht ja schon seit längerem immer mal wieder in meinem Feed auf und nun war ich doch sehr neugierig geworden. Was du beschreibst, klingt anfangs ein wenig wie die bekannten Teenie-Horror-Filme, die man so kennt, scheint sich dann aber doch gekonnt davon wegzuentwickeln. Auch mit deinen Kritikpunkten hast du mich trotzdem neugieriger gemacht, als ich es vorher war – danke also! :D
 
Liebste Grüße!
Gabriela