„Nymphenspross“ | Wiebke Tillenburg

— Rezensionsexemplar —

Das Buch wurde mir von der AutorinWiebke Tillenburg innerhalb eines Blogger:innen-Pakets kostenlos zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung gestellt. Meine Rezension basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Leseeindrücken und wird durch eine Bereitstellung des Buches nicht beeinflusst.


Die Masken die wir tragen

Gerade zu Covid-Zeiten ist das Tragen einer Maske unverzichtbar, doch auch im Leben selbst tragen wir verschiedene Masken, die mitunter unser wahres Ich verbergen. Hinter die Fassade zu blicken ist oft nicht leicht, schon gar nicht, wenn du Elina heißt und plötzlich inmitten einer Welt bist, die dir gänzlich fremd ist.

Irgendetwas birgt irgendein großes, geheimes Geheimnis – da kann man doch nur die Augen verdrehen. Das denkt die 17-jährige Elina, als ihre Großmutter von einem magischen Portal spricht, das die Welten verbindet. Als sie plötzlich allein im stockfinsteren Wald einer fremden Welt landet, muss sie ihre Meinung jedoch ändern. Elina stolpert mitten hinein in die politischen Wirren Ligunds und die Arme von Jevan. Gemeinsam begeben sie sich auf eine aussichtslose Rettungsmission, während der Kampf um die Macht in Ligund beginnt. Auf ihrer Reise kommt Elina ihren Wurzeln auf die Spur und muss bald erkennen, dass Zoff mit den Eltern und eine vergeigte Französischarbeit ihre geringsten Sorgen sind.

Klappentext

Eine Geschichte für jüngere und ältere Leser:innen, ein Fantasy-Buch, bei dem Fantasy nicht das bevorzugte Genre sein muss. Autorin Wiebke Tillenburg ist es gelungen einen Roman zu schreiben, der kein Alter und kein Genre kennt. Sie vereint Fabelwesen mit Realität, in einer Welt die unserer gar nicht so unähnlich ist.

Das ist es auch was ich an Wiebkes Geschichten liebe! Sie haben immer Elemente von Fantasy inne, orientieren sich jedoch an der Realität. Gesellschaftskritisch ohne mit dem Finger darauf zu zeigen, verwoben in eine fiktive Geschichte.

Elina besitzt die Fähigkeit sich in Lebenwesen hineinzufühlen, durch ihre Augen zu blicken. Dies ist ihr jedoch nicht bewusst und hält es für beängstigende Tagträume. Dann tritt ihre Großmutter in ihre Leben und statt Antworten zu erhalten, tritt sie in eine neue Welt. Doch kaum betreten sie dieses ihr fremde Land, wird ihre Großmutter Gesa von den Maskierten der Herrin mitgenommen. Als Gesas Enkelin bleibt Elina nicht lange allein. In den Wäldern von Lingund hat sich ein Widerstand gegründet, in dem Gesa aktiv und Elina Zuflucht findet. Inmitten dieser Gemeinschaft sieht sie auch Jevan wieder, ein junger Heranwachsender, dem sie bereits in ihrer Welt begegnete.

Das Elina und Jevan sich mit der Zeit annähern kam für mich wenig überraschend, doch auch wenn ich kein Fan von Liebesgeschichten bin, so ist es wirklich wundervoll die beiden miteinander zu beobachten. Und Elina ist größer als Jevan, ich kann gar nicht sagen, wie gerne ich diesen kleinen Hinweis gelesen habe! Oft sind die Jungen und Männer die Größeren, Stärkeren, gefiel mir richtig gut, dass es hier anders beschrieben wird. Oft sind es kleine unauffällige Dinge oder Ereignisse, die mich absolut begeistern und davon gibt es mehrere in diesem Buch.

Magie ist etwas Verbotenes, verboten an einem Ort der von magischen Wesen bewohnt wird. Elina stellt mit der Zeit fest, das nicht nur sie besondere Fähigkeiten besitzt, über die sie schweigen muss. Unheimliche Nachtwesen, unsichtbare Mondkinder, Leuchtlinge, gefährliche Nymphen und Dämonen. Inmitten all dessen fühlt sich Elina immer wieder an Romane erinnert. Ich habe die Vergleiche von ihr dahingehend geliebt! Sie betont immer mal wieder, das es ihr vorkommt innerhalb einer solchen Geschichte zu spielen und wie oft denke ich mir bei gewissen Büchern das Gleiche. Die Protagonist:innen bringen gern ähnliche Sätze in ähnlichen Situationen, die in völlig unterschiedlichen Büchern zu lesen sind. Autorin Wiebke Tillenburg nimmt sich diesen Klischees im Kleinen an und baut sie gelungen in ihrer eigenen Geschichte ein.

Sie erkannte, dass es ein Unterschied war, ob man Dinge theoretisch akzeptierte oder sie als selbstverständlich hinnahm.

Seite 235

Auch Vorurteile sind ein Thema des Buches, jedoch ohne sich dabei aufzudrängen. Das ist die Kunst, die die Autorin beherrscht! Verschiedene Themen, die jedoch nicht überladen wirken, sondern stimmig eingearbeitet sind. Auch mein Rezensionstitel spielt darauf an, denn die Maskierten selbst stehen nicht im Mittelpunkt, vielmehr geht es um die versteckten Gesichter der Protagonist:innen. Verborgene Geheimnisse und errichtete Mauern um das wahre Ich. Wem kann vertraut werden, wer versteckt seine eigentlichen Beweggründe hinter einer Fassade?

Ich kann nur ins Schwärmen geraten, auch wenn ich diesmal etwas brauchte, um in die Geschichte hineinzufinden. Ob es am Alter der Protagonistin lag oder ich mich selbst erst mal orientieren musste, ich kann es gar nicht wirklich benennen. Doch je mehr ich las, desto mehr nahm mich das Buch ein. Und ehrlich, spätestens beim Leuchtling wird es um jede:n geschehen sein!

Neben Elina und Jevan, neben all den Fabelwesen, sind auch weitere Menschen im Fokus der Ereignisse. Während der Widerstand beginnt aktiv zu werden, ist Gesa gezwungen sich mit der Herrin auseinanderzusetzen. Und bei Alagir sind sich nicht nur die Protagonist:innen im Buch uneinig. Viele vertrauen ihm nicht, ich schwanke noch. Er ist ein Mann der seine Gedanken und Vergangenheit verschleiert, aber auch ein Mann der die alte Boltra mit in den Wald zum Widerstand nimmt. Seine Streitigkeiten mit Minna sind schon recht unterhaltsam.

Doch während all diese Menschen inmitten des Abenteuers sind, so bleiben für Elina und mich offene Fragen zurück. War bei einem Zweiteiler zu erwarten, ich hoffe das der kommende Teil nicht zu lange auf sich warten lässt!

Mit Erlaubnis von Wiebke Tillenburg durfte ich einen Part des Buches einlesen, natürlich Spoiler-frei! Somit kannst du Elina und Jevan schon mal ein wenig kennenlernen:

Seite 90-94 | „Erwachen“

Rezension verfasst von © Janna

Wirst du dich zu den Nymphen wagen?

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Titel: Nymphenspross | Übersichtsseite
Buchreihe: 1. Band
Autorin: Wiebke Tillenburg
Covergestaltung: Carolin Summer
Verlag: Twentysix | [Selfpublisher]
~ Elina-Dilogie ~
Band 1 ~ „Nymphenspross“
Band 2 ist in Arbeit

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