„Leporello“ | Julia von Rein-Hrubesch

Grüßwetter und Seelenfresser

Für den dreizehnjährigen Timothy bricht die Welt zusammen, als er seine Freundin Bella verliert. Er spürt, dass sie noch da ist – irgendwo. Doch wie soll er sie suchen, wenn ihm der Mut fehlt? Er ist nicht mutig, er fürchtet sich.
Davor was er in jener Nacht, in der Bella verschwand, im Wald gesehen hat.
Vor der alten Grüßwetter, die allein am Waldesrand wohnt und aussieht wie eine Hexe.
Und vor der unbekannten Stimme, die seitdem zu ihm spricht.

Auszug Klappentext

Ich liebe das Cover, welches von Magret Kindermann gestaltet worden ist! Und ich habe dieser Geschichte lange entgegengefiebert! Ich bin ein Fan von Julia von Rein-Hrubesch, sie kann innerhalb weniger Seiten eine einnehmende Atmosphäre erschaffen und zieht mich immer wieder mitten hinein in ihre Worte.

Direkt vor Beginn des Buches gibt es einen Warnhinweis auf mögliche Trigger, die am Ende der Geschichte nachzulesen sind. Sehr gut gelöst, denn so kann selbst entschieden werden, ob und wann diese gelesen werden.

*KLICK MICH, um die möglichen Trigger aufzuklappen* Verschwinden eines Kindes, verlassen werden, Trauer, Gefühlskälte, Gewalt, übergriffiges Verhalten gegenüber einem Kind, Verletzungen/Knochenbrüche/Blut, Höhe und Fallen

Goldfarbenes Oktoberlicht stahl sich zwischen den Kronen zu ihnen hinunter.

Buchzitat

Was zunächst harmlos wirkt entpuppt sich zu einem eindringlichen Schauerroman. Je tiefer Timothy und Bella in den Wald gehen, desto düsterer wird es um sie herum. Besonders durch kleinere Einblicke in zukünftige Ereignisse, wird eine Spannung erzeugt, die gleichermaßen Neugierig macht! Timothy scheint Fähigkeiten zu haben, von denen er aktuell nicht mal etwas ahnt. Diese Fähigkeiten hätten ihn warnen können, sie hätten vielleicht dabei geholfen, Bella nicht zu verlieren.

Sie nicht an etwas zu verlieren das sich langsam aus den Schatten schält und sich Bella mit langen Ästen einverleibt. Und Timothy allein zurücklässt. Verängstlicht.
Dann steht die alte Grüßwetter vor ihm. Eine Frau, die inmitten des Waldes lebt, vor der sich Timothy schon immer fürchtete. Eine Frau die Geheimnisse birgt. Eben diesen scheint Timothy auf den Grund gehen zu müssen, um Bella zu finden – im Leporello, was und wo auch immer dies sein mag …

Besonders die Szenerie im Wald baut sich zunächst langsam auf, um dann an Intensität zuzunehmen und mich die Angst von Timothy spüren zu lassen. Das Knacken um ihn herum, wie Bellas Hand immer kälter wird, wie das was da auf sie zukommt die Äste nach ihr ausstreckt.

Er hielt inne. In seinem Kopf wirbelte der Schneesturm erneut. Es waren tausend Gedanken und zwischen ihnen die Lösung, doch es war zu weiß, um etwas zu erkennen.

Buchzitat

Seither verfolgt ihn eine Stimme, die er nicht zuzuordnen weiß und eine unbändige Müdigkeit nimmt ihn ein. Er versucht sich an Bella festzuhalten, sich an sie zu erinnern. Timothy nimmt seine Umgebung wahr, speichert die Details ab, doch er kann die Antworten nicht greifen. Er ist seinem inneren Kampf ausgesetzt, dem Kampf gegen das Geschwisterpaar Wut und Trauer. Und die Überwindung der eigenen Angst, denn um Antworten zu bekommen muss er zurück in den Wald, zurück zu der alten Grüßwetter.

Innerhalb kürzester Zeit war die Geschichte ausgelesen. Ich bin mit Timothy aus dem Wald hinausgestolpert und habe eine schreckliche Entdeckung mit ihm machen müssen. Julia versteht sich darin, mit Worten Bilder zu malen und mich in ihre Geschichten hineinzuziehen. Ich bin neugierig auf mehr geworden!

Und weil ich grundlegend ein neugieriger Mensch bin, bin ich immer wieder gespannt, was sich am Ende eines Buches findet. Manchmal gibt es ein Glossar, manchmal Hintergrundinformationen und gerne Danksagungen – und auf das, was ich dort las, war ich nicht vorbereitet:

Ich bin sprachlos! Ich bin gerührt! Ich weiß gar nicht, wie ich in Worte fassen kann, wie sehr mich Julias Worte überrascht und begeistert haben!

Bei der Kurzgeschichte „Leporello“ (im Netz zu finden unter #bellesfestiwall) handelt es sich um eine Auskopplung von Julias unveröffentlichten Roman „Der Sender“. Das Ende hält einiges offen und doch lässt sich diese Geschichte wunderbar für sich alleinstehend lesen und bietet Freiraum für eigene Inspiration(en). Ich kann es jedoch kaum erwarten, das dieses Buch erscheint! Bis dahin wird es jedoch noch etwas dauern, da die Geschichte diesmal nicht als #SPbuch, sondern in einem Verlag veröffentlicht werden soll.
Also liebe Verlage, lasst euch diese grandiose Autorin nicht entgehen und mich bis zur Erscheinung nicht zu lange warten!

Rezension verfasst von © Janna


– Weitere Eindrücke –
… •


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Titel: Leporello
Buchreihe: Romanauskopplung („Der Sender“)
Autorin: Julia von Rein-Hrubesch
Verlag: BoD (Books on Demand) | Selfpublishing

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LeseWelle
9 Monate her

Hallo!
Habe mir Leporello direkt mal gekauft. :D
Danke für den Tipp. :-*
Liebe Grüße
Diana