„Kürbisgemetzel“ | Roxane Bicker & Sarah Malhus (Hrsg.)

Geschichten rund um Halloween, Samhain und Allerheiligen

Halloween, Samhain, Allerheiligen. In der Zeit zwischen Ende Oktober, Anfang November wird der Schleier zwischen den Welten dünn. Menschen geraten unversehens in die Anderswelt, Geister und Gespenster spuken durch unsere Städte und selbst die Kürbisse fangen an zu sprechen. Was wir in dieser Zeit erleben ist furchteinflößend und fantastisch zugleich. 15 Autorinnen und Autoren schaffen Gänsehautmomente und geben Einblick in unheimliche Geschehnisse, bei denen nicht nur Kürbisse gemetzelt werden …

Klappentext

Auf die Kürbisse, fertig, los….die Messer sind gewetzt, die Kürbisse warten….obwohl, nein, tun sie nicht immer. Nach dem Lesen dieser Anthologhie habe ich mit einem fast schon schlechem Gewissen den Kürbis hier zu Hause geschnitzt, aber auch nur fast.

Ende September, als die Liste zum #IndieBuchtober herauskam und ich den 17.10. mit dem Thema Kürbis bekam, war mein erster Gedanke „ich habe kein Kürbisbuch“. Kaum zu Ende gedacht entdeckte ich das „Kürbisgemetzel“, eine Anthologie rund um Kürbisse und allerhand anderer Gestalten – perfekt.

Anthologien lese ich nicht oft, aber wenn, dann zelebriere ich dies. Immer der Reihe nach, eine Geschichte nach der anderen und nie mehr als 2 pro Tag, einfach auch um das Gelesene sacken zu lassen. Mit dem „Kürbisgemetzel“ musste ich aber dann doch die ein oder andere Ausnahme machen, es war einfach zu gut!

Triggerwarnungen – so einfach geht das!

Brauche ich kaum bis gar nicht, aber für manche der lesenden Menschen, sind diese ungemein wichtig. So ist der kurze Text, direkt am Anfang des Buches eine gute Hilfestelllung, entweder die Triggerwarnungen sichten, oder eben bleiben lassen.
Toll gemacht!

Als grausam empfand ich keine der Kurzgeschichten, denn trotz dem Wort „Gemetzel“ ist es eher immer umschrieben, angedeuted oder zwischen den Zeilen versteckt.
Die Autor:innen haben da sehr viel Fingerspitzengefühl bewiesen.
Dennoch haben sie mich hier und da zum Nachdenken gebracht, denn es gibt, wie im realen Leben, Themen die einfach unter die Haut gehen.

Jede der Kurzgeschichten enthält irgendwo einen Kürbis – versteckt, offen rumliegend, sprechend, fluchend, schimpfend, eingemacht oder mit seltsamen Eigenleben.
Übernatürlich gut, unterirdisch böse und der ein oder andere mit wichtigen Botschaften. Es tummeln sich zwischen den Seiten richtig gute Geschichten, dass ein oder andere Gespenst, Geisterwesen, Wiedergänger und so was von normalen Menschen, dass es genau deren Geschichten waren, die mich am meisten begeisterten.

Es gab zwei Highlights in dieser Anthologie, die mit dem Mädchen auf Müllsuche, meine Güte, daran hätte ich Stunden lesen können und dann die mit den Augen, glaubt mir, die werden ich beide so schnell nicht mehr los.

Nun weiß ich auch, warum es in jeder kleineren oder größeren Stadt Matratzengeschäfte gibt, ich werde nie mehr daran vorbeifahren können, ohne an dieses Buch zu denken.
Auch mein Bewustsein um die Gefühle von so manchem Gemüse hat sich geändert – nein, das war dann doch ein Scherz, aber ich musste doch sehr schmunzeln über die ausgeprägte Phantasie der Autor:innen und was hier in dem Buch dadurch alles so entstanden ist. Richtig gute Unterhaltung und herrlich entspannte Lesestunden.

Für einen guten Zweck!

So etwas lese ich dann doppelt gerne. Der Erlös aus dem Verkauf des „Kürbisgemetzel“ kommt einer Einrichtung zu gute, deren Arbeit immens wichtig ist.

Der eingetragene Verein „BISS – Bürger in sozialen Schwierigkeiten e.V.“ und deren gleichnamige Zeitschrift freuen sich mit Sicherheit über viele verkaufte Bücher.

An dieser Anthologie beteiligt sind folgende schreibende Menschen mit den jeweilgien Titeln der Kurzgeschichten:

  • Dani Aquitane: „Nach Hause
  • Lidia Kozlova-Benkard: „Die Geister- (U-)Bahn
  • Kornelia Schmid: „Zwischen Ewigkeitssteinen
  • Saskia Dreßler: „Die gruseligste Nacht des Jahres
  • Tino Falke: „
  • Roxane Bicker: „Jägerinnen
  • Marie Mönkemeyer: „Des Landgrafen Soldat
  • Sarah Malhus: „Zahltag
  • Petra Ottkowski: „Preisgewinner
  • Matthias Sebastian Biehl: „Vekstholm Bockholl
  • Mae Ludwig: „Der Cache
  • Denise Yoko Berndt: „Widerworte
  • Marie Wilhemsen: „Cucu
  • Katrin Biasi: „Totes Laub
  • Peter Krall: „Zuccageddon

Die Gliederung im Buch ist auch in der Umsetzung sehr gelungen. Das Cover lockte mich ja schon sehr, aber im Inneren geht dieses positive Gefühl direkt weiter. Schuld daran sind, wie sollte es anders sein, die Kürbisse. Schwarz-weiß Zeichungen aus der Feder von Heiko Hentschel. Eigentlich wollte ich hier eine davon abbilden, war mir aber nicht sicher ob ich dies ohne Zustimmung des Künstlers darf, also müsst ihr das Buch selber in den Händen halten und darinnen blättern und natürlich lesen.

Schau mir in die Augen?

Auch wenn mich alle Geschichten dieser Anthologie begeisterten, die mit den (Wackel) Augen war mein absolutes Highlight!

Eine absolute Leseempfehlung von mir, nicht nur im Herbst, die Geschichten passen immer. Außerdem, wer weiß wann einmal ein Buch mit oder über Kürbisse nochmal gebraucht wird ;-)

Rezension verfasst von © Kerstin

Werden bei dir Kürbisse geschnitzt und vor die Türe gestellt?

| Anzeige | Buchdetails & andere Rezensionen:

Titel: Kürbisgemetzel
Buchreihe: Einzelband
herausgegeben von:
Roxane Bicker & Sarah Malhus
Verlag: Book on Demand [Selfpublishing]
Coverursprung: Dani Szegedi
Illustrationen: Heiko Hentschel
Taschenbuch: 236 Seiten
Erscheinungsdatum: 01. Oktober 2020

– Weitere Eindrücke –
Jojos Bücherwelten
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