(M)Ein Gespräch mit Babsi Schwarz

| Werbung | In diesem Beitrag geht es um das Debüt von Babsi Schwarz, welches ich selbst nicht gelesen habe, die Autorin jedoch unterstützen möchte. Verschiedene externe Links sind gesetzt und es handelt sich innerhalb dieser Zeilen um das Buch „Das Meer der Legenden“. Der Klappentext ist am Ende des Beitrags zu finden, ebenso gibt es dort eine Hörprobe und ein passendes Rezept zur Geschichte.

Willkommen zu dem etwas anderen Plausch!
Kein Interview, sondern ein Gespräch – ganz ohne vorgefertigte Fragen

Das Babsi dem Wasser sehr zugeneigt ist, ist wohl kaum jemanden der ihr online folgt oder sie offline kennt ein Geheimnis. Ich durfte Babsi in beiden Bereichen kennenlernen und sie war mir schon online recht schnell sympathisch, was sie offline nur noch verstärkt hat. Dies führte dazu, dass wir nun zu ihrem Debüt in den Austausch gingen. Meine Zeit ist jedoch knapp, dennoch wollte ich sie unterstützen, was bietet sich da besser an, als ein paar Worte mit ihr einzufangen? Und wo würde sich dies besser anbieten, als am Wasser.

Die Temperaturen werden angenehmer, das Barfußwetter beginnt und wir treffen uns an den brechenden Wellen. Gemeinsam streifen unsere Füße den Sand, während wir eine Bucht entlanggehen. Große Steine laden zum Verweilen ein, das Wasser streichelt unsere Haut, die Sonne küsst. Ein erfrischender Cocktail in der Hand, die Füße im Kühlen und eine Gemeinsamkeit im Herzen.

Janna:
Ich liebe das Wasser, könnte eine Ewigkeit darin schwimmen, tauchen, darauf blicken. Und ich erinnere mich, dass ich als Kind immer Meerjungfrau gespielt habe, sobald ich im Wasser war. Du hast eine ebenso wässrige Leidenschaft, weswegen mich die Thematik deines Debüts nicht überrascht. Kannst du dich noch erinnern, wie die Liebe zum Wasser und den Meereswesen, egal ob fiktiv oder real, entstand?

Babsi:
Ich war schon immer eine Wasserratte. Vielleicht ist das eine Fügung des Schicksals, schließlich bin ich Sternzeichen Fische. Meine Mutter hatte immer jede Menge Wechselklamotten, weil ich in Pfützen rum gepanscht habe. Mich hat, soweit ich mich erinnere, schon immer fasziniert wie Wasser sich anfühlt, wie es reagiert, wenn man eine Hand eintaucht und wie schön es plätschert. Meine Mutter schwimmt auch sehr gerne und wir waren im Sommer viel im Freibad. Ich finde Freibäder haben ihre ganz eigene Magie. Der Geruch nach Sonnencreme, Chlor und Wiese. Die besten Pommes der Welt und den Naschkram, den man sich am Kiosk kaufen konnte. Einfach ein Wohlfühlort für mich. Und natürlich hab ich auch viel Meerjungfrau gespielt. Außerdem hatte ich im Wasser das Gefühl leicht und beweglich zu sein, das mochte ich sehr.

Janna:
Hach, ja, die Freibad-Zeit aus Kindertagen, wundervolle Erinnerungen und Düfte und Geschmäcker! Wir hätten bestimmt wundervoll gemeinsam im Wasser geplanscht. Dann ist dein Debüt nicht nur ein Traum der Veröffentlichung, sondern auch ein Stück Kindheit, zu mindestens was deine Protagonistin und ihre Herkunft betreffen. Findet sich in Mavi denn auch etwas von dir wider oder hat sie Eigenschaften, die du gerne hättest?

Babsi:
Aw Janna, ich würde so gerne mal mit dir an den See fahren! Mavi ist mir in vielen Dingen ähnlich und in vielen so gar nicht. Sie weiß sehr lange nicht, was sie wirklich will. Durch den Tod ihrer Mutter, ihrer wichtigsten Bezugsperson, hat sie den Halt verloren und ihr Fundament bröckelt. Das hat mich beim Schreiben manchmal wirklich verzweifeln lassen, weil ich fast nur Charaktere habe, die ein klares Ziel und einen klaren Wunsch haben. Ich weiß auch sehr genau, was ich will und was ich nicht will. Was Mavi und mich wohl am meisten verbindet, ist dieses Grübeln und Zerdenken von Ereignissen, Beziehungen und allem drumherum. Das macht viel kaputt und dämpft positive Emotionen. Da haben Mavi und ich wohl zusammen dran gearbeitet. Mehr Achtsamkeit, mehr im Moment leben, mehr genießen. Außerdem habe ich Mavi eine Eigenschaft verpasst, die ich auch habe, sie strahlt Ruhe aus, obwohl es in ihr brodelt, regnet oder stürmt. Das ist eine Rückmeldung, die ich lustigerweise auch sehr oft bekomme. Aber als Psychologin wahrscheinlich nicht die schlechteste Eigenschaft, die man haben kann. Ich glaube, Mavi ist jedoch ein bisschen mutiger als ich. Obwohl sie oft zweifelt und einsam ist, probiert sie vieles aus und lässt sich auf Dinge ein. Da sollte ich mir auch mal wieder öfter in den Hintern treten.

Janna:
Vielleicht können wir ja irgendwann, nach all dem jetzt, gemeinsam unsere Füße ins Wasser halten, das wäre fein! Und dann schlürfen wir zusammen und führen Gespräche über Bücher und die Welt. Apropos schlürfen, wir haben ja noch etwas zum Anstoßen in der Hand, auf dein Debüt *prostet Babsi zu* und nun will ich definitiv mehr von Mavi erfahren. Sie ist oft einsam, aber auch mutig, sagst du. Was bedeutet dies im Zusammenhang mit den Ereignissen in der Geschichte? Muss sie sich den Gefahren alleine stellen?

Babsi:
Au ja! Ich freue mich sehr. Auf viele tolle weitere Bücher!
Mavi muss sich einigen Gefahren alleine stellen, zumindest scheint es so. Das ist sie von Kindesbeinen an gewohnt und denkt, dass es immer so bleiben wird. Allerdings hat sie natürlich nicht damit gerechnet, dass Tayons Piratenbande wie eine große, liebevolle Familie ist. Mavis Selbstzweifel und ihre Einsamkeit bremsen sie manchmal ein wenig aus, aber letztlich ist sie wie das Wasser, immer in Bewegung. Mavi ist eine intelligente junge Frau, die ihre vermeintliche Schwäche, alles zu zerdenken, nutzen kann, um Verbündete zu gewinnen und die Schwachpunkte ihrer Gegner ausfindig zu machen. Und sie weiß ihr Köpfchen und die Verbündeten, die sie auf ihrer Reise gewinnt, im richtigen Moment einzusetzen. Sie wird im Buch einige Gefechte aus- und mittragen, auf ihre Weise. Ich mag auch, dass ich mit dem Trope der „Jungfrau in Nöten“ brechen konnte. Auch, wenn Mavi in ihrer Menschengestalt, recht schwach und zerbrechlich wirkt, werden alle, die sie unterschätzen, ganz schön Staunen. Inklusive Mavi selbst. *Lächelt verschwörerisch*

Janna:
Mit dem Klischee zu brechen finde ich jetzt schon wundervoll! Wir denken noch immer zu sehr zum einen in nur zwei Geschlechtern, aber auch innerhalb dessen haben wir uns noch nicht groß weiterentwickelt. Zu oft müssen und werden Frauen als hilflos dargestellt, oder in das andere Extrem hineingezwängt. Das Mavi sich selbst und die Leser:innen überrascht gefällt und nun bin ich ja doch etwas neugierig. Du hattest Kerstin und mir ja netterweise angeboten, ein Rezensionsexemplar zu erhalten. Wir sind leider zeitlich sehr eingespannt und dein Setting ist nicht ganz Kerstins Leseleidenschaft. Ich hätte auch geschwankt, wenn ich momentan Zeit hätte, aber vielleicht kannst du mir für einen späteren Zeitpunkt die Qual der Wahl erleichtern, indem du etwas über den Klappentext hinaus erzählst. Welches Genre ist es bzw. wo werden mehrere sich vielleicht vereinen, für welches Alter ist es angedacht? Zunächst oberflächlich klingende Fragen, aber ich kann gerne, um thematisch bei deinem Buch zu bleiben, in die Tiefen hinabtauchen. Brichst du auch mit weiteren Klischees, Vorurteilen und ähnlichem? *Schenkt mit einem neugierigen Blick auf Babsi die Gläser nach*

Babsi:
Ich schreibe, was ich selbst gerne lesen würde. Und das bedeutet, es ist ein bisschen was von allem dabei. Es ist Abenteuer Fantasy mit viel Selbstfindung und einer Prise Philosophie und Romantik. Magie gibt es auch, aber sehr subtil, davon hat es nicht so viel ins Buch geschafft. Neben den nachdenklichen Aspekten gibt es auch heitere Momente, die hoffentlich für ein paar Lacher sorgen. Ich glaube man kann es gewissermaßen durchaus mit Fluch der Karibik vergleichen, vielleicht etwas weniger Klamauk und Säbelrasseln. Empfehlen würde ich es demnach auch so ab 14 Jahren, was den Level an Blut und Gewalt angeht. Aber ich glaube die Themen sprechen auch weitaus ältere Leser:innen an, denn Mavi ist eine junge Erwachsene sucht nach ihrem Platz im Leben, nachdem sie ihre Mutter verloren hat. Tayon und seine Piratencrew sind da schon einen Schritt weiter, aber auch da gibt es manchmal Zweifel und Reibereien und einige Probleme, die das Leben auf hoher See und das Bereisen vieler verschiedener Länder ebenso mit sich bringt.
Ich glaube ein paar Klischeebrüche würden vorab zu viel verraten, aber viele Nixen und Meerjungfrauen Romane sind ja Nacherzählungen des Märchens von Hans Christian Andersen, in denen es eine unglückliche Liebe auf den ersten Blick und wenig offene Kommunikation gibt. Mir war es wichtig, dass sich die Liebesbeziehung eben nicht so Hals über Kopf ergibt und plötzlich alles andere verdrängt. Freundschaft, Ehrlichkeit und Empathie spielen in diesem Buch eine wichtige Rolle und ich glaube, das ist teilweise auch schon ein Klischeebruch? Außerdem habe ich versucht eine Welt möglichst ohne Rassismus und Sexismus und auch ohne unnötig übermäßige Gewalt, auch sexualisierte Gewalt, zu kreieren und hoffe, dass mir das mithilfe des Sensitivity Readings von Jade S. Kye auch einigermaßen gelungen ist. Ich wünsche mir aber, dass man das in Zukunft häufiger lesen darf.

Janna:
Oh wundervoll, Jade hat Sensitivity Reading gemacht! Dies wird ja immer noch viel zu selten genutzt. Wobei immer noch es danach klingen lässt, dass es vielerlei gebraucht wird, in Deutschland aber oft gar kein Thema ist. War es dir persönlich einfach wichtig oder hast du gezielt Szenen im Buch, die ein weiteres Lesen verlangten, um nicht unbewusst solche Kriterien eingearbeitet zu haben?

Babsi:
Mir war es sehr wichtig, da ein Großteil meiner Charaktere Schwarz oder nicht weiß sind. Und Jade hat da noch einige verletzende Formulierungen, Beschreibungen und Begriffe aufgezeigt und hat mir da auch sehr geduldig geholfen, mich weiterzubilden und die Stellen umzuschreiben. Wir haben gemeinsam auch ein bisschen auf Ableismus geachtet und ich habe eigene Beleidigungen für die Welt erfunden z.B. Sandlecker. Die Zusammenarbeit war sehr bereichernd für mich und ich habe viel gelernt. Auch und vor allem, weil ich dachte, ich bin schon recht sensibilisiert, sind mir noch einige automatisierte und andere eher subtile Sachen bewusst geworden, auf die ich auch zukünftig besser Acht geben möchte. Ich hoffe jedenfalls, dass Sensitivity Reading auch in Deutschland mehr Beachtung findet bzw. dass es auch bei den Festanstellungen mehr diverse Verleger:innen und Lektor:innen gibt. In meinen Büchern möchte ich auch versuchen, das umzusetzen und die ganze Bandbreite unserer Gesellschaft abzubilden.

Janna:
Das zeigt nur wie wichtig Sensitivity Reading ist, egal wie sensibilisiert die eigene Person ist, zeigt es doch immer wieder wie tief verwurzelt Rassismus ist. Und gerade was dies und Ableismus betrifft, finde ich Alternativen für Beleidigungen weitaus amüsanter als alles, was bislang verwendet wird. Mal davon abgesehen das Worte, die aktuell noch genutzt werden eben verletzend und diskriminierend sind. Sandlecker ist doch eine wundervolle Alternative, zumal schon die Vorstellung unangenehm ist. Außer du fragst die Kinder aus meiner Kindertagesstätte, da finden einige den Sand recht lecker *lacht* Sind durch die Zusammenarbeit mit Jade und dem Lektorat auch Szenen gänzlich rausgefallen? Oder gab es Szenen, die dir nach der eigenen Überarbeitung nicht mehr gefielen?

Babsi:
Ja, ich finde auch die welteigenen Beleidigungen und Begriffe sind eleganter und tragen auch zum Worldbuilding bei. Bei Sensitivity Reading gewinnt man eigentlich nur. Auch für mein nächstes Projekt möchte ich wieder eine Sensitivity Reading! Im Rahmen des Sensitivity Readings sind nicht wirklich Szenen rausgefallen, es waren eher Nebensätze, Beschreibungen und ein paar Namen und Charaktereigenschaften. Im Lektorat sind aber durchaus einige langatmige Passagen massiv gekürzt worden. Das ist auch gut so. Auch wenn meine Stimmung bezüglich des Buches oftmals zwischen „Oh Gott es ist so schlecht niemand wird es mögen“ und „Es ist schon sehr geil“ schwankt, glaube ich, dass mir insgesamt ein ganz gutes Buch gelungen ist. Ich hoffe, dass es vielen Leute Freude und schöne Lesemomente bereitet, aber auch auf kritische Stimmen bin ich schon gespannt.

Janna:
Ich stelle mir das unglaublich aufregend aber auch nervenaufreibend vor, gerade bei einem Debüt. Ich denke die Aufregung wird nie ganz schwinden, soll sie auch gar nicht, aber wie fühlst du dich mit deiner ersten Buchveröffentlichung? Können all die damit verbundenen Emotionen in Worte eingefangen werden?

Babsi:
Ich bin sehr hibbelig und ungeduldig. Coronabedingt hat die Druckerei leider auch mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen. Magret Kindermanns „Herz des Todes“ war ja auch schon etwas verspätet. Das ist natürlich doof, weil man sich nicht auf ein konkretes Datum vorbereiten kann. Aber die Vorfreude und Neugier überwiegt. Wie werden Leute das Buch finden? Wird es überhaupt Beachtung finden? In welchen Buchhandlungen wird es stehen? Wie riecht es, wie schwer wird es? Wie viele Exemplare landen dann bei mir zum Signieren? Es ist unwirklich, weil ich so lange darauf hingearbeitet habe. Und auch, wenn ich rational weiß, dass ich schon eine Autorin bin und mich auch so nennen darf – irgendwie wird das diesen Gedanken nochmal zementieren. Ich stelle mir also viele Fragen auf deren Antworten ich mich aber im Großen und Ganzen sehr freue!
Vielen vielen Dank, dass du mir so interessante Fragen gestellt hast und ich die Möglichkeit hatte, hier ein wenig über mein Buch zu plaudern.

Janna:
Sehr gerne! Ich hibbel deiner Erscheinung mit entgegen! Auch wenn es nur virtuell war, so habe ich mich sehr darüber gefreut ein wenig mit dir zu quatschen und mehr zu deinem Buch zu erfahren und obendrauf hast du ja auch noch was mitgebracht. Damit alle was zum Anstoßen haben, sobald dein Titel erschienen ist, widmen wir uns nun der Leckerei, um uns dann von deinen Worten in den Bann ziehen zu lassen.

Rezept für den Sumiré Punch

Zutaten

  • Gin
  • (TK) Himbeeren
  • Zitronenlimonade
  • Kirsch-Bananen-Saft
  • Bei Bedarf Eiswürfel
  • Ein Shaker wird nicht benötigt.

Zubereitung

Den Boden des Glases mit Tiefkühlhimbeeren bedecken. Ungefähr 2 Finger breit mit Gin aufgießen und anschließend mit ca. 1 Finger breit Zitronenlimonade aufgießen. Obendrauf kommen 2 Finger breit Kirsch-Bananen-Saft.

Et voilá – Ein süßes Getränk, das im Nachgang die milde Würze des Gins transportiert.

Schmuckmacherin Mavi ist eine Halbnixe und damit eine kostbare Seltenheit. Auf ihrer Flucht vor einem skrupellosen Marinearzt schleicht sie sich als blinde Passagierin ausgerechnet auf ein Piratenschiff. Das gehört niemand Geringerem als dem berüchtigten Kapitän Tayon. Er gibt Mavi eine Chance sich zu beweisen und sie merkt bald, dass hinter der Fassade des ruchlosen Piraten etwas schlummert, das sie in seinen Bann zieht. Doch die Marine ist ihnen dicht auf den Fersen und der Wind treibt sie in Richtung Abenteuer…

Inhalt laut Verlag, Auszug

Während du den Cocktail genießt, kannst du einem Auszug aus „Das Meer der Legenden“ lauschen, gelesen von Babsi Schwarz:


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• Blog: The Blue Siren

Beim GedankenReich Verlag findest du den Titel in verschiedenen Formaten.

Bist du neugierig auf die Geschichte geworden?

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2 Kommentare
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Babsi
1 Monat her

Danke für das schöne Gespräch! Es hat jede Menge Spaß gemacht. <3