„Ich verwese“ | Tanja Hanika

— Rezensionsexemplar —
Das E-Book wurde mir von der Autorin Tanja Hanika kostenlos zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung gestellt. Meine Rezension basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Leseeindrücken und wird durch eine Bereitstellung des Buches nicht beeinflusst.


Zombie-Perspektive

Autorin Tanja Hanika weist auf die Inhalte des Buches hin und ich glaube nicht das es notwendig ist, diese hier als Triggerwarnung zu kennzeichnen. Es ist eine Zombie-Kurzgeschichte, demnach sollte dir bewusst sein, das einzelne Szenen nicht nur detailliert beschrieben werden, sondern auch recht blutig sind! Einziger und wichtiger Hinweis, dies bezieht sich auch auf Kinder, wobei dies nicht ganz so eindringlich beschrieben wird, wie bei den Erwachsenen.

Ich bin nicht mehr ich.
Elisa sitzt mit ihren Kindern beim Zahnarzt, als ihr Mann sie von der Arbeit anruft. Sie soll sofort aufbrechen und mit den beiden nach Hause fahren. Schon auf dem Parkplatz vor der Praxis erkennt sie, dass etwas nicht stimmt: Panik ist unter den Menschen ausgebrochen. Obwohl Elisa alles gibt, um ihre Kinder und sich zu beschützen, spürt sie bald, dass sie infiziert worden ist.
Als Zombiewesen kennt sie keine Gefühle und hat keine Erinnerungen an ihr Leben mehr. Da ist lediglich dieser enorme Hunger, der nicht nur Elisa zur Gefahr für die Menschen werden lässt. Auch als Zombie gibt es Widrigkeiten zu bestehen, wenn man seine Zähne in köstliches Menschenfleisch rammen möchte.

Klappentext

Ich lese die Geschichten von Tanja Hanika (Übersicht unserer Rezensionen) sehr gerne, manche Geschichten begeistern mich, bei manchen hätte es derber sein dürfen. Mit „Ich verwese“ hat sie mich überrascht und eine gelungene Kurzgeschichte verfasst und ich bin schlichtweg begeistert vom Cover!

Ich habe es einfach verschlungen, zumal es sich hier nicht um die altbekannten Szenarien handelt. Es geht nicht um die Menschen, die nun in einer Zombie-Apokalypse versuchen zu überleben, es geht um eine Frau und ihre Verwandlung, ihr Dasein als Zombie. Und deswegen überrascht, auch wenn der Titel bereits darauf schließen lässt.

Es ist ein typischer Morgen in Elisas Familie. Ihr Mann macht sich im Bad frisch und die Kinder erfreuen sich an einem Pancakes-Frühstück. Während Daniel sich nach dem Duschen dazugesellt und ihre Kinder Nele und Lars die letzten Krümel verschlingen, erfreut sich Elisa an diesem Moment. Ein alltäglicher Morgen, ein kleiner Glücksmoment.

Es ist einer dieser vollkommenen Augenblicke, die man sich im Einmachglas aufbewahren will.

2% des ebooks

Daniel fährt zur Arbeit und Elisa ist mit den Kindern unterwegs, bis sie einen Anruf erhält und die Atmosphäre der Geschichte schlagartig umschlägt. Das Familienidyll des Morgens wird in den Hintergrund gedrängt, um Platz zu schaffen für die Angst.

Elisa verbarrikadiert sich mit ihren Kindern zu Hause, sie schickt Nele und Lars in ein Zimmer und bläut ihnen ein, die Tür unter gar keinen Umständen zu öffnen, bis sie es ihnen erlaubt. Dann macht sie sich auf den Weg zum Nachbarhaus, zu ihren Eltern. Diese Entscheidung hat gravierende Folgen.

Geschrei wird laut. Zischen und Knurren, wie ich es noch nie von meinem Vater, nie von irgendeinem Menschen gehört habe.

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Elisa infiziert sich, nach und nach begleitete ich diesen innerlichen Verfall. Ich hätte mir gewünscht, dass dieser Übergang mehr Raum in der Geschichte bekommen hätte, bin jedoch von dem Perspektivwechsel absolut angetan! Ein großer Teil der Geschichte wird aus der Ich-Perspektive heraus erzählt und wandelt sich dann mit Elisas Verwandlung.

Sehr einnehmend beschreibt Tanja Hanika diesen Übergang und erschafft einen gelungenen Wechsel von emotionalen Szenen und den typischen Elementen des Genres. Eine Mutter die beginnt zu vergessen, eine Gier die sich entwickelt und die Brutalität, die sich unaufhaltsam ihren Weg bahnt.

Die Angst sich infiziert zu haben, die Erkenntnis, die sich zu spät in den Vordergrund schiebt und das Leben als wandelnde Tote wurde unglaublich gut innerhalb dieser Geschichte eingearbeitet und miteinander verwebt. Gerade, dass Einblicke in das Zombiewesen gewährt werden und sich nicht mit den Menschen und ihrem Versuch zu überleben auseinandergesetzt wird, macht es schon zu einem gelungenem Leseerlebnis.

Rezension verfasst von © Janna

Traust du dich das Zombiewesen zu begleiten?

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Titel: Ich verwese
Einzelband
Autorin: Tanja Hanika
Verlag: CreateSpace Independent Publishing
Diese Kurzgeschichte ist nur als ebook erhältlich

– Weitere Eindrücke –
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Zeit für neue Genres
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4 Comments
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LeseWelle
1 Monat her

Hallo liebe Janna!
Da bin ich auch schon um deine Rezension zu lesen und direkt zu verlinken. :D
Ich mag generell immer deine Art eine Rezension zu schreiben und hier triffst du natürlich auch alles auf den Punkt. Was soll ich noch dazu sagen?
Liebe Grüße :-*
Diana

Nicole
1 Monat her

Neugierig macht ihr mich schon. :D Jetzt ware ich gerade bei Diana und habe noch gemeint, dass mir 82 Seiten zu dünn sind. Ich setze es mal auf die Wunschliste.

Liebe Grüße,