„Der Herrscher des Waldes“ | Katharina V. Haderer

Abschied nehmen von Mirage und Zjen. Ein Lebt wohl nach Svonnheim, auf den letzten Seiten fast ein paar Tropfen … fast, die Autorin hätte mich fast gehabt!

In den Wäldern Svonnheims taucht ein Monstrum auf, das die Einheimischen in Furcht versetzt. Alchemistin Mirage und Sergent Zejn sind sich sicher, dass es sich bei diesem Wesen um das verfluchte Kind handelt, das Mirage nicht töten wollte. Das Kind wurde bei der Geburt von der Totengöttin geweiht und ist nun ein gefürchteter Myling – ein Wesen, das dem Tod näher steht als dem Leben.
Gemeinsam machen Mirage und Zejn sich auf die Jagd nach dem Herrscher des Waldes und dem verlorenen Schwert der Totengöttin, während sie versuchen, wiederauferstandene Tote, alte Feinde und ihre Vergangenheit abzuschütteln.

Inhalt laut Verlag

Herrscherin der Toten

Schon optisch ist die Reihe ein absoluter Hingucker (Rezensionsübersicht aller Titel) und besonders der Abschlussband ist Schockliebe! Aber auch inhaltlich zogen mich die Ereignisse rund um Svonnheim in seinen Bann, wobei jedes Buch sich auch ein wenig Kritik anhören muss. So auch der dritte und letzte Band der Black Alchemy-Trilogie.

Es sind Punkte die andere Leser:innen wahrscheinlich gar nicht stören, ich stolperte jedoch darüber. Der Koschtschei, der Herrscher des Waldes, Herrscher über die Wiedergänger, hätte definitiv mehr Raum bekommen dürfen. Die Szenen, in denen er auftaucht, beschrieben wird, agiert, haben mich schlichtweg begeistert, waren mir aber zu wenige. Und wie schon beim zweiten Band, gefällt mir nicht, was sich zwischen Mirage und Zjen entwickelt, auch wenn Zjen dafür sorgt, das es in eine gänzlich andere Richtung geht. Ich habe auf Seite 162 lautstark vor mich hingebrummelt! Dafür hat mich Bhaaltazar jedoch auf Seite 342 dahingehend gelungen zum Lachen gebracht!

Ich muss gestehen das ich kaum Eindrücke anderer Leser:innen zu den Büchern wahrnehme und könnte mir vorstellen das manchen Mirage zu eigensinnig, stur ist, doch ich mag Mirage genauso wie sie ist. Ich hatte mir nach dem Reihenauftakt mehr Raum für Mirage und die Frauen innerhalb der Geschichte gewünscht und sie ist eine Protagonistin, die nicht allen sympathisch sein wird. Mir sagt genau dies zu, dennoch blieb mein Wunsch unerfüllt.

Dies dämpfte jedoch nicht meine Lesefreude und ich war nach den ersten Sätzen direkt zurück in Svonnheim. Doch seit dem letzten Aufenthalt dort hat sich einiges verändert. Die Untoten wandeln immer noch durch die Wälder, Wiesen und Straßen und Svonnheim steht nun unter dem Schutz von Rougeoyer. Wobei das Wort „Schutz“ das genaue Gegenteil vermittelt von dem, was dieser Mann hinter verschlossenen Türen tut. Ich schwanke mit dem Hinweis auf eine Triggerwarnung, da es in keiner Szene zu TW / CN: Vergewaltigung kommt, jedoch ein Mädchen, eine Frau, gefunden wird, die dieses Trauma nur fast überlebt. Und es gibt Geschichten um den Sergent. Es lauern Monster vor und hinter den Mauern, Tote wie Lebendige.

Nie zuvor waren sie dem Schrei des Koschtschei derart nah gewesen. Noch nie hatten sie ihn gespürt. Und die Angst, die er auslöste, raubte ihnen die Atemluft und drückte Tränen des Grauens hervor.

Seite 153

Ab hier werden wohl nur noch jene Menschen lesen, die entweder die ersten beiden Teile gelesen haben oder gar alle drei Bücher. Ich musste mich zunächst erst wieder in Svonnheim orientieren, die vergangenen Ereignisse zurückrufen, vereinzelte Namen einsortieren. Doch dies gelang mir recht schnell und ich traute mich an Mirages Seite in den Wald hinein. Ich traf mit Zjen auf den Koschtschei. Ich ging der Frage nach, wer das Schwert der Totengöttin holte und erfuhr warum. Ich muss gestehen, das ich mit dieser Wendung wirklich absolut nicht gerechnet hatte!

Und Ruben, was feier ich diesen kleinen Jungen. Keine neue Figur innerhalb der Geschichte, aber er findet seinen Platz und sorgt für den ein oder anderen Schmunzler. Aber ebenso wartet der Tod innerhalb der Zeilen und wieder musste ich mich von einer liebgewonnen Figur verabschieden. Ebenso am Ende, während Mirage auf einem Pferd davon reitet. Wie Zjen ihr im Wald begegnet. Und ja, fast hatte mich die Autorin! Wären die letzten Zeilen nicht gewesen. Ein Ende das mich zwiegespalten zurücklässt. Es gefällt mir und doch hätte es auch anders ausgehen dürfen.

Nun ist es an der Zeit sich zu verabschieden. Vom Myling, von der Cellérière, von Ruben und Bhaaltazar, von Sandel und Clementine, von Mirage und Zjen.
Ach, eines noch. Wie gerne hätte ich zu Mirage ein Prequel. Kennst du sie, geht es dir ähnlich?

Rezension verfasst von © Janna

Wirst du dich zu den Toten begeben?


BUCHDETAILS
Titel: Der Herrscher des Waldes
Buchreihe: 3. Band
Autorin: Katharina V. Haderer
Verlag: Droemer Knaur
Black Alchemy-Reihe:
Band 1 ~ „Das Schwert der Totengöttin“
Band 2 ~ „Der Garten der schwarzen Lilien“
Band 3 ~ „Der Herrscher des Waldes“
– Weitere Eindrücke –

„Ich kann die Reihe jedem empfehlen, der gerne Dark Fantasy mit starken Charakteren mag.“
(Letannas Bücherblog)

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Katharina Haderer
Katharina Haderer
4 Monate her

Danke für die spannenden Leseeindrücke! Sehr gut fand ich den Satz, das Grauen vor und hinter den Mauern, hervorgerufen durch Lebende und Tote – das war es nämlich, das ich zeigen wollte; auch was Krieg, Not und daraus hervorgehende Hierarchien erschaffen können. Zejn ist moralisch ja unglaublich integer und auch Mirage hat ihre Prinzipien der Menschlichkeit. Aber nicht alle Menschen sind so, und das entspinnt ein Drama im Drama.
Ich habe diese Szene nicht leichtfertig eingeworfen, ich hoffe, das ist auch so rüber gekommen.