„Gefesselt – Der Aufstand“ | Elenor Avelle

Fesselnde Infizierung

Auf den Straßen herrscht Chaos. Menschen verwandeln sich in blutrünstige Bestien. Während Gill und sein Team in Berlin ums Überleben kämpfen, lehnt sich Rebecca in London, gemeinsam mit den Gefangenen, gegen Genetics auf. Ein blutiger Krieg zwischen den genetisch veränderten Invitros und den Hightech-Söldnern der Firma beginnt. Um für das Überleben ihrer Leute zu sorgen, müssen Gill und Rebecca bis an ihre Grenzen gehen – und weit darüber hinaus.

Klappentext

Beide Reihenbücher der Autorin in der Überschrift und das nicht grundlos! Mit „Infiziert“ hat mich Elenor Avelle wortwörtlich infiziert, denn dieser Reihenauftakt hat mich begeistert, seitdem hänge ich an ihren Worten und bin in der verfallenen Welt unterwegs!

Die Gefesselt-Trilogie ist ein Prequel zu „Infiziert“ und in diesem (zweiten) Band werden die Geschichten miteinander verwoben, nur aus einer anderen Perspektive heraus geschildert. In „Infiziert“ steht Charlie im Mittelpunkt, bei dieser Reihe (Gefesselt) sind es Rebecca und Gill. Und eben Gills Perspektive wird nun in Bezug auf Charlie skizziert.

Zunächst hat mich genau das absolut begeistert und ja, ich habe sogar im anderen Buch nachgeblättert – ein Fest für alle Leser:innen wie mich, die direkt vergleichen! Doch was ich zu Beginn geflasht hat, minderte im weiteren Verlauf etwas meinen Lesefluss. Ich kannte die Szenerien bereits. Für Leser:innen die nur diese Reihe kennen optimal, für mich leider nichts Neues … aber neben einem kleinen Plottfehler ist dies auch schon alles an Kritik an der Geschichte, sie hat es wieder geschafft! Elenor Avelle hat mich gefesselt!

Band 2 beginnt zwanzig Stunden nach Ausbruch und erzählt in zwei verschiedenen Perspektiven von der neuen verfallenen Welt. Fast zehn Jahre umfasst dieses Buch, was zunächst nach sehr viel klingt, doch die Autorin schreibt mehr als nachvollziehbar und absolut stimmig die verschiedenen Ereignisse, die sich über die Jahre hinweg ereignen.

Zu Beginn gibt es eine wirklich kurze Zusammenfassung der Ereignisse, womit die Autorin mich auf ihrer Seite hat! Bei Reihenbüchern vergesse ich mit der Zeit einige Szenen, mag es aber auch absolut nicht, wenn gefühlt das halbe vorherige Buch nochmals geschildert wird. Elenor Avelle hat genau die richtigen Worte gefunden! Ich wurde wieder in die Geschichte hineingeführt, um dann direkt mit den aktuellen Geschehnissen konfrontiert zu werden, besser hätte es nicht gemacht werden können.
Ebenso gibt es vor Beginn einen Triggerhinweis und das, obwohl es „nur“ eine wirklich kurze Szene ist – so geht das, liebe Verlage und Autor:innen!

Wie eben schon erwähnt, werden die Bücher „Infiziert“ und „Gefesselt“ (2) in dieser Geschichte zusammengeführt und so viel Neues ereignet sich bei Gill ab etwas mehr als 200 Seiten nicht mehr. Was zunächst Begeisterung auslöst, war später zwar noch interessant zu lesen da es eine neue Perspektive ist, aber der Ausgang dessen war zuvor klar. Dies nahm mir leider etwas die Spannung.

Dafür nahm mich Rebecca und die Ereignisse in London absolut für sich ein. Die Autorin wog mich in Sicherheit und schlug dann schonungslos zu! Eine Talfahrt an Emotionen. Von einem angekratztem Sicherheitsgefühl bis hin zur Trauer. Ich stelle mich bei Dystopien darauf ein, das nicht alle Protagonist:innen überleben, alles andere wäre unrealistisch, aber wenn dies geschieht ist es dennoch einnehmend und ich denke mir: waruuum?! Ebenso wurde ich aber auch überrascht, denn mit einigen Ereignissen hatte ich nicht gerechnet.
Rebeccas Perspektiven haben Abwechslung und decken eine Vielzahl an Themen und Vorkommnissen ab, welche in solch einer Welt vielleicht erwartet werden und dennoch völlig unvorbereitet plötzlich zu erlesen sind.

Die Welt war zu einem Vakuum geworden. Ihnen war nichts als Leere geblieben.

Seite 28

Es ist eine bedrückende Atmosphäre, die Angst und Unruhe der einzelnen Menschen werden gelungen transportiert. Es gibt immer weniger Lebensmittel, das Lager muss regelmäßig gewechselt werden, der Regen lässt nach und somit ist die Gefahr hoch, sich zukünftig nicht mehr selbst versorgen zu können. Wie in vielen anderen Geschichten ist auch in dieser Dystopie der Mensch der größte Feind. Es werden Truppen skizziert, die ihre Gewalt ausleben und für Angst und Schrecken sorgen. Zum einen bei Gill in Berlin, aber auch Reynell in London tritt wieder in Erscheinung. Nicht mehr so präsent wie in Band 1, aber nicht minder schrecklich.

Beide Truppen, Rebeccas und Gills, versuchen sich trotz all der erdrückenden Umständen ihren Humor zu erhalten und für Schokolade zu sorgen!
Ebenso ist es beiden Teams mehr als wichtig, sich ihre Menschlichkeit zu bewahren, nicht grundlos zu töten, um sich eventuell zu schützen. Ich finde es gut erzählt, dieser Zwiespalt sich zu schützen aber nicht um jeden Preis. Die Bedürfnisse die auch nach all den Jahren präsent sind, die in einer Welt ohne Infizierung alltäglich waren und kaum wertgeschätzt wurden. Sehnsüchte nehmen die Gedanken ein. Eine neue Welt die von den Schatten der alten Welt eingenommen wird. Das gesellschaftliche Gefüge verschiebt sich. Die große Frage bleibt, gibt es Hoffnung?

Nun heißt es bis Sommer 2020 warten, dann erscheint der abschließende dritte Teil der Gefesselt-Trilogie. Ich bin verdammt neugierig, ob es über „Infiziert“ hinausgehen wird und ich hoffe sehr, das es wieder eine interaktive Leserunde geben wird!

Rezension verfasst von © Janna


Meine Rezension zum ersten Band der Gefesselt-Trilogie:

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Buchdetails
Titel: Gefesselt – Der Aufstand
Buchreihe: 2. Band (Prequel 2)
Autorin: Elenor Avelle
Verlag: Books on Demand (BoD) | [Selfpublisher]
                    Die verfallene Welt-Reihe
Band 1 ~ „Infiziert – Geheime Sehnsucht“ (Rezension)
                 Prequel: Gefesselt-Trilogie
Band 1 ~ „Gefesselt – Der Anfang“ (Spin-Off Band 1; spielt zeitlich vor „Infiziert“ 1)
Band 2 ~ „Gefesselt – Der Aufstand“ (Spin-Off, Band 2)

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Anett
Gast

Meine Liebe,
vielen Dank fürs Verlinken!
Da sehen wir es ja wirklich ähnlich. Und ja, mich hatte Rebecca bereits im letzten Buch voll gepackt – ich fand ihren Strang im Buch so interessant, so spannend und manchmal auch so zum heulen! Sie hat mich wirklich erwischt!

Die interaktive Leserunde ist echt der Hit – ich freue mich schon total auf den nächsten Band – auch wenn es der letzte ist!

Liebe Grüße
Anett.