[Buch trifft Film ] „Endzeit“ | Olivia Vieweg

Eine neue Form Zombie

Die Thematik in „Endzeit“ könnte nicht aktueller sein!

Vor zwei Jahren haben Zombies die Erde überrannt. Weimar und Jena sind dank eines Sicherheitszauns die vermutlich letzten Orte menschlicher Zivilisation. Als Vivi und Eva sich zwischen den Städten schutzlos auf freiem Feld wiederfinden, müssen sie wohl oder übel gemeinsam den Kampf gegen die Untoten aufnehmen. Und damit auch gegen die Dämonen der eigenen Vergangenheit.

Inhalt laut Verlag

Allein für die Zeichnungen lohnt es sich, zu dieser Graphic Novel zu greifen! Zugegeben, mich lockten die Zombies, doch die Geschichte ist so viel mehr, als das was aus diesem Genre, der Thematik um Zombies, bekannt ist!

Aber ich greife vor, denn zunächst befand ich mich hinter Mauern, einem Gebäude, irgendwo in Weimar. Eine der letzten zwei Städte die überlebt haben. Während in Weimar keine Ausnahmen gemacht werden und der Tod die Maßnahme gegen den Tod ist, wird in Jena nach einem Heilmittel geforscht.

Ich hatte die Geschichte nicht mal begonnen, da habe ich gesehen, dass es eine Verfilmung gibt. Eine verfilmte Graphic Novel, Zombies als Thematik, war klar, das ich auch dieses Format umgehend haben musste!

An einem familiären Filmnachmittag gab es dann für den Freund, meine Tochter (18) und mich den Zombie-Film, der nicht das ist, was von diesem Genre erwartet wird, ebenso wie die Graphic Novel Zombies skizziert, die mir so bislang nicht begegneten.

Einige Fragen entwickelten sich beim Anschauen, aber auch die Buchvorlage gibt nicht auf alles eine Antwort, dafür jedoch einen Denkanstoß. In dieser Form wurde der Ursprung noch nicht erzählt und gefiel mir in beiden Formaten gleichermaßen gut! Natürlich ging im Film einiges verloren, da die Bildgewalt der Vorlage kaum umgesetzt werden konnte. Die Zombies jedoch sind so unwahrscheinlich gut gelungen!

Ich liebe die Zeichnungen, bin gänzlich verzückt! Aber auch filmisch war ich wirklich von der Zombie-Gestaltung begeistert. Im Buch ist es ein Mann, dem Vivi begegnet, im Film eine Frau, die ich noch länger hätte betrachten können. Der blinde Zombie wurde nicht nur überzeugend geschminkt, sondern hat ebenso gut seine Rolle gespielt und gehört für mich zu den besten Szenen des Films.

Was mir im Film etwas fehlte, war die Stimmung, die so wundervoll durch die Bilder der Graphic Novel vermittelt wurde.

Die Geschichte wird durch den Text ergänzt und spricht fast für sich nur durch die Zeichnungen.

Die Ängste, der innere Kampf, war beim Lesen und Betrachten der Bilder so nahe, so spürbar.

Genau das ist es auch, was dieses Buch ausmacht. Die Zombies stehen nicht im Mittelpunkt, es ist kein Blutrausch, sondern eine emotional berührende Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Bilder die wundervoll sind in ihrer Farbe und genau darin auch die Atmosphäre der einzelnen Szenen wiedergibt.

Die Thematik kristallisiert sich erst im Verlauf heraus und hat mich absolut überzeugen können. Eine Art Zombies, die auch die beiden Protagonistinnen bis dahin nicht kannten und eine Begründung dieser Apokalypse die nicht aktueller sein könnte!

Weißt du, ich glaube die Erde ist ’ne kluge alte Frau und die Menschen haben ihr zu lange keine Miete gezahlt. Und das da draußen … das ist jetzt die Räumungsklage.

Seite 135

Im Film bleibt die Intensität der Freundschaft, die in einer Zweckgemeinschaft beginnt, zurück. Im Buch nahm mich mitunter auch dieser Verlauf für sich ein und endet schmerzhaft hoffnungsvoll, wunderschön!

Rezension verfasst von © Janna

Welches der beiden Formate kennst du bereits oder konnte ich dich auf diese Geschichte neugierig machen?

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