„Die sieben Männer der Evelyn Hugo“ | Taylor Jenkins Reid

Das Buch wurde mir vom Ullstein Verlag kostenlos zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung gestellt. Meine Rezension basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Leseeindrücken und wird durch eine Bereitstellung des Buches nicht beeinflusst.

2022 begann ich meine Rezensionen in Briefform zu verfassen. Bei diesem Titel wird, von Beginn an, der Stil als Zeitungsartikel gehalten – angelehnt an den Stil der Autorin. In beiden Büchern hat sie Interviews integriert oder das Buch als ein Interview verfasst.


Die einstige Hollywood-Filmikone Evelyn Hugo ist endlich bereit auszupacken und die Wahrheit über ihr schillerndes Leben und ihre skandalösen sieben Ehen zu erzählen. Sie fragt die Lokaljournalistin Monique Grant als Ghostwriterin an. Monique ist darüber mehr als erstaunt, schließlich hat sie seit Jahren keinen großen Artikel mehr geschrieben. Könnte das ihre Chance sein?

Inhaltsangabe laut Verlag, Ausug

21. April 2022

Ein weiterer Erfolg für Reid

Uns allen sollte „Daisy Jones & The Six“ bekannt sein. Es wurde bereits in einer vergangenen Rezension darüber erzählt, nun folgt ein weiteres Buch der Autorin, welches wieder sehr vielversprechend klingt. Ob uns Taylor Jenkins Reid nochmals so verzücken kann? Ihr Debüt wurde begeistert gelesen, jetzt hat sie mit einem weiteren Buch nachgelegt.

Fotos und Text © Janna

Unverkennbar, dass dieses Buch aus Reids Feder ist, wie schon bei Daisy ist auch bei Evelyn ein Interview eingebaut, nur in einem anderen Stil. Eine begeisterte Leser*innenschaft hinterlässt die Autorin dennoch.

Ein Hollywoodsternchen wie Evelyn Hugo muss sich Kritiken ebenso stellen wie die Autorin Taylor Jenkins Reid selbst. Zu mindestens was das Zusammentreffen mit einem der ehemaligen Ehemänner von Hugo betrifft, denn wie viel Einfluss die Autorin auf das deutsche Cover hatte bleibt verborgen. Das Originalcover des Simon + Schuster UK Verlag unterscheidet sich kaum und doch merklich im Vergleich zum Ullstein Verlagscover. Der Kontrast ist auf dem Originalcover deutlicher zu erkennen, dies fehlt in der deutschen Umsetzung. Die blonden Haare, die dunklere Haut, beides fast nur zu erahnen und doch von Bedeutung innerhalb der Geschichte.

Was den zweiten Ehemann betrifft, so sitzt die Leser*innenschaft im weiteren Verlauf nochmals mit beiden Protagonist*innen zusammen. Warum hat sich die Autorin für dieses Szenario entschieden? Es wurden Worte gefunden, doch passen diese nicht ganz zur zweiten Ehe von Evelyn. Und zu dem, was Reid erschaffen hat, zu der Liebe und Leidenschaft innerhalb der Worte, die Intimität zwischen den Seiten. Es entschuldigt etwas, das nicht zu entschuldigen ist. Es hätte mehr Tiefe bedurft. Und doch ist es genau das, was in diesem Buch wartet. Eine Tiefe, die Titel und Inhaltsbeschreibung nicht erahnen lassen. Emotional und vielschichtig.

Die Leute denken, dass Intimität mit Sex zu tun hat.
Aber bei Intimität geht es um die Wahrheit.
Wenn man merkt, dass man jemanden die Wahrheit sagen kann, wenn man sich zeigen kann, wenn man nackt vor jemanden steht, der sagt: „Bei mir bist du sicher“ – das ist Intimität.

Seite 141

Nach der Kritik folgt die Lobeshymne! Auch wenn „Daisy Jones & The Six“ eine intensivere Atmosphäre hatte und sich die Geschichten lesen ließ, als sei ich direkt mit den Protagonist*innen am Tisch, so ist auch Evelyns Geschichte einnehmend. Das Buch ist so viel mehr als Cover und Titel erahnen lassen, Reid spielt gekonnt mit den Erwartungen ihrer Leser*innen. Die Männer stehen im Fokus, jedoch nur für einen Moment. Es folgt ein Lebensstriptease. Und dieser schlug bei den Leser*innen ein.

Was zu Beginn auf ein Leben mit sieben Männern vermuten lässt, entwickelt sich zu einem Roman mit Sogkraft und einer Protagonistin, die genau weiß, was sie will. Es braucht mehr Protagonistinnen wie Daisy und Evelyn. Es braucht mehr Bücher, wie die von Jenkins Reid. Mehr weibliche Hauptfiguren, die wissen, wohin ihr Weg sie führen soll, nicht geplagt sind von schlechtem Gewissen, wenn sie diesen auch gehen. Weibliche Charaktere, die sich ihren Stärken ebenso bewusst sind wie ihren Schwächen. Doch Reid erschafft nicht nur weibliche Figuren, die im Fokus der Geschichte stehen, sondern setzt sich neben Feminismus auch mit weiteren Themen auseinander. Queere Protagonist*innen, Sexismus, Identität, diskriminierende Strukturen. All dies findet sich innerhalb der Seiten, ohne dabei zu viel zu wollen. Es ist nicht überladen, sondern lässt die Geschichte echt wirken. Wieder hat es die Autorin geschafft einen Leseflair entstehen zu lassen, welcher begeisterte Eindrücke und Meinungen hinterlässt.

Musik, Film – was folgt als nächstes Frau Reid? (J)

BUCHDETAILS
Titel: Die sieben Männer der Evelyn Hugo
Einzelband
Autorin: Taylor Jenkins Reid
Paperback: 464 Seiten
Aus dem Amerikanischen übersetzt von:
Babette Schröder
Verlag: Ullstein

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