„Die Klamm“ | Reinhard Kleindl

Das Buch wurde mir über das Bloggerportal kostenlos zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung gestellt. Meine Rezension basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Leseeindrücken und wird durch eine Bereitstellung des Buches nicht beeinflusst.


Ameisenpfad

»Er ist zurück, es beginnt erneut.« Zuerst erhält die Wiener Mordermittlerin Anja Grabner die rätselhafte Botschaft. Wenig später verschwindet eine Familie, und niemand will etwas gesehen haben. Ein Detail lässt Anja keine Ruhe. Im Haus der Verschwundenen fand man tote Ameisen – genau wie bei einer anderen Familie, die vor einigen Jahren in dem einsamen Bergdorf Klamm nach tagelanger Qual grausam ermordet wurde. Ist der Täter von damals erneut dem Blutrausch verfallen? Anja begibt sich in Klamm auf die Suche nach der Wahrheit und steht bald vor dunklen Abgründen …

Inhalt laut Verlag

Die Klamm“ ist der zweite Band um die Ermittlerin Anja Grabner. Den ersten Band „Stein“ kenne ich nicht, hatte allerdings nie den Eindruck diesen für das Buch zu benötigen. Es gibt immer mal wieder einen Rückblick zu alten Vorgängen, kurze Erklärungen zu einzelnen Charakteren und einen Überblick zu Anjas Privat- & Berufsleben. All dies ist gut eingebunden, störte nie meinen Lesefluss und hat die Geschehnisse zu Band 1 nicht gespoilert.

Nun geht es nach Klamm, einen kleinen Ort, idyllisch gelegen, aber mit einer lange zurückliegenden Tragödie. Damals verschwand eine Familie, deren Verbleib erst nach Tagen aufgeklärt werden konnte, da war es aber bereits zu spät. Anja ist im Moment nicht im Dienst, wird aber vom Chefermittler Kaspar Deutsch zurückbeordert, denn erneut ist eine Familien verschwunden und Kaspar sieht Parallelen zum damaligen Fall, denn eine ganz besondere Spur ist zurückgelassen worden und Anjas Ehrgeiz, diesem Fall aufzuklären ist geweckt.

Es reizt dich doch wieder! Die Polizeiarbeit. Ich kann es in deinem Gesicht sehen.

Seite 31

Mit Anja ist dem Autoren eine Figur gelungen, die nach dem Ausstieg aus dem Polizeidienste ihrem Leben nachgeht, dabei allerdings eher unglücklich zu sein scheint. Ihre Interessen sind vielfältig, die Familie (Vater und Bruder) stehen eher hintenan und Anja weiß selbst nicht so genau was sie will. Sie hinterfragt viel, auch sich selbst und kommt immer mal wieder zu einem inneren Disput. Der Fall um die verschwundene Familie und das seltsame Verhalten von Kaspar stachelt sie aber an auf eigenen Faust zu ermitteln. Dies führt sie immer mal wieder nach Klamm. Der Ort scheint in der Zeit stehen geblieben zu sein und das Schweigen um die damalige Tragödie macht es nicht leicht zu ermitteln. Doch dann taucht eine weitere Figur auf, ein Mann dessen Vergangenheit ganz tief mit Klamm verknüpft ist

Dieser kleine Ort, der im strahlenden Sonnenschein so hübsch war, war nie über das schreckliche Verbrechen von damals hinweggekommen.

Seite 167

Da Anja nicht als Polizistin arbeitet, benötigt sie regelmäßig Hilfe aus den Reihen ehemaliger Kolleg_innen und externer Mitarbeiter_innen. Dabei entstehen zwar nicht unbedingt Freundschaften, aber es gibt dadurch immer wieder neue Hinweise und Erkenntnisse. Das ausgerechnet Kaspar etwas verbirgt, merkt Anja schnell und so hat sie nicht nur in dem Fall um die verschwundene Familie zu tun, sondern auch Sorgen um diesem Mann.

Etwas war hier gehörig faul, und sie würde herausfinden, was das war, egal, was es kostete.

Seite 339

Die Kapitel im Buch sind kurz und übersichtlich. Jedes beginnt mit der Angabe zum Tag und der Uhrzeit. So bleibt man immer am Ball, erkennt die Zeiträume und kann nachvollziehen was gerade geschieht.
Dazwischen gibt es immer mal wieder eine Art Tagebucheintrag, als Sprachmemo bezeichnet und sehr schnell kristallisiert sich heraus um welche Person es sich dabei handelt. Die Beweggründe bleiben sehr lange im Dunkeln und lassen Raum für eigene Interpretationen.

Das Zusammenspiel zwischen Anja und Kaspar ist angenehm geschildert, viele Dialoge lockern die Geschichte auf und so manch emotionaler Gedanke derer, offenbart die persönlichen Ansichten, Sorgen und Nöten.

Sehr interessant waren diese Hintergrundinformationen zu den Ameisen. Ein kleines Lebewesen, dessen Rolle im Buch sehr groß ist und immer wieder zur Sprache kommt.

Was mich anfänglich sehr störte war die eingebundene Vergangenheitsform, insbesondere bei gewissen Rückblicken und Erinnerungen, da wurde das Wort „hatte“ zu oft benutzt.
Auch war mir relativ schnell klar, wer hinter dem Verschwinden der Familie steckte. Der Weg zur Aufklärung hin, ist durch Kaspars Verhalten etwas ungewöhnlich. Dies verleitete einen durchaus dazu, falschen Verdächtigungen zu erlegen und Dinge zu hinterfragen.
Der Ort Klamm hat eine besondere Rolle im Buch und hier hätte ich gerne viel mehr Zeit verbracht. Anja war stets unterwegs, Zeugenbefragungen hier, Recherchen da und dabei verliert sich immer wieder der Spannungsbogen.

Alles zusammen eine gelungene, spannende Geschichte, meiner Ansicht nach aber kein Thriller. Dafür fehlte es mir eindeutig an Spannung und präziseren psychologischen Elementen.

Rezension verfasst von © Kerstin


– Weitere Eindrücke –
Mel Bücherwurm


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Buchdetails
Titel: Die Klamm
Buchreihe: 2. Band 
Autor: Reinhard Kleindl
Verlag: Goldmann | [Random House]
— Rezensionsexemplar —
       Ermittlerin Anja Grabner – Reihe
Band 1 ~ „Stein“
Band 2 ~ „Die Klamm“

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