[Buch & Hörspiel] „Die Flüsse von London“ | Ben Aaronovitch

Buch trifft Hörspiel

Ein Polizist als Zauberlehrling
Peter Grant ist frischgebackener Police Constable in London. Eines Nachts wird er nach Covent Garden zum Tatort eines grausigen Mordes beordert. Dort begegnet er einem Geist, der behauptet, Zeuge des Mordes gewesen zu sein. Peters Hang zum Magischen und seine Begegnung mit dem Übernatürlichen ruft den letzten Zauberer Englands auf den Plan: seinen Vorgesetzten, Polizeiinspektor Thomas Nightingale. Der führt Peter in die Grundlagen der Magie ein. Ab jetzt wird Peters Leben um einiges komplizierter.

Inhalt laut dtv-Verlag

Dank des dtv-Verlags zog der Ausreißer „Der Oktobermann“ (Rezension) dieser Reihe überraschend bei mir ein. In der neuen Reihe um Aaronovitchs magischer Welt, spielen sich die Ereignisse in Deutschland und nicht in England ab und es wird ein gänzlich neues Team skizziert.
Ich war jedoch schon vorher auf die Peter Grant-Reihe aufmerksam geworden und „Die Flüsse von London“ wartete lange auf meiner Wunschliste, bis das Buch schließlich einzog. Dann dauerte es nochmals einige Zeit, doch nun habe ich direkt zwei Fassungen des Reihenauftakts gelesen und gehört!

Das Buch

Ich hatte bereits begeisterten Meinungen vernommen, jedoch kann ich mich den Lobeshymnen leider nicht anschließen. Ich fand die Geschichte interessant, störte mich aber etwas an den gern zu detaillierten Beschreibungen. Völlig einnehmen konnte es mich nicht, was wohl auch an den ungünstigen Beschreibungen liegt. Ich bin bestimmt nicht allumfassend sensibilisiert für die Beschreibung von Hautfarben oder der Herkunft, doch einiges ließ mich die Augen verdrehen oder unfreundliche Notizen dazu schreiben. Hinzu kommt, das Peter Grant ein kleiner Sexist oder Chauvinist ist, beides trifft zu, ohne gänzlich zuzutreffen: nicht unbedingt böswillig, aber sehr sexualisiert, hat er die weiblichen Merkmale im Fokus. Wenn so etwas zur Figur passt, kann dies stimmig umgesetzt werden, doch hier störte es mich einfach ungemein, zumal der Fokus auf den Morden und der entdeckten Magie liegt, nicht auf weibliche Körperteile. Ein unterhaltsamer Protagonist, der mir dadurch etwas unsympathischer wurde.

An sich ist dieser Kriminalroman ein Mix aus humorvollen, brutalen und magischen Szenen, bei denen ich neugierig auf all das Wissen um Nightingale wurde! Schritt für Schritt führt er seinen neuen Mitarbeiter und Lehrling Grant in diese neue Welt ein und so konnte auch ich mich in Ruhe orientieren. Flüsse in menschlicher Gestalt, Vampire oder sich in die Köpfe anderer einschleichende-Geister sind Wesen, die mir begegneten. Diesen Teil des Buches habe ich geliebt, die magische Welt hat mich in ihren Bann gezogen, weswegen ich noch das Hörspiel einfach hören musste!

Nicht jeder Witz brachte mich zum Schmunzeln, aber es waren trotz der eigentlichen Ereignisse einige unterhaltsame Szenen dabei. Im Gegenzug zum Humor, werden die Morde detailliert beschrieben und sind nicht unbedingt für jede:n Leser:in angenehm zu lesen. Eben dieser Kontrast sagte mir zu, da sie selten innerhalb einer Geschichte anzutreffen sind.

Wie du richtig herausliest, bin ich zwiegespalten bezüglich der Londoner Flüsse. Einiges gefiel mir unglaublich gut und zog mich in den (magischen) Bann, anderes hingegen entlockte mir Augenrollen. Keine Geschichte, die mich allumfassend packte, sondern aufgrund des Genres Fantasy gern gelesen wurde, die Kritikpunkte jedoch überwiegen. Dann wollen wir doch mal hören, was das Hörspiel kann:

Das Hörspiel

Zum Inhalt brauche ich nichts mehr schreiben, die Geschichte gleicht der Print-Vorlage, leider auch in meinen Kritikpunkten. Ich liebe Hörspiele und habe länger keines mehr genossen, ich hatte die Hoffnung das einiges von Grants Charakter hier nicht eingearbeitet wird – trügerisch die Sache mit der Hoffnung.

Es überkommt mich gerne mal und so zog das Hörspiel bereits ein, bevor ich überhaupt mit dem Print begonnen hatte und klar, ich hätte den Titel zurückgeben können, war aber neugierig, ob dieses Format mich nicht doch mehr einnehmen könnte.

Wie schon geschrieben, bin ich von der magischen Welt angetan, würde aufgrund dessen die Reihe gerne weiterverfolgen, aber auch der zweite Hörspiel-Teil wird wohl nicht einziehen. Ich komme mit dem Sexismus, mit diesen sexualisierten Gedanken von Peter Grant nicht ganz zurecht, da sie kein Teil sind, der eine Rolle spielt oder zum Charakter passen. Da hilft ihm sein ansonsten sympathischer Charakter bei mir nicht weiter.

Fazit

Ich muss gestehen, dass ich das Hörspiel lieber gehört habe, als das Print zu lesen, denn im Hörformat kommt die Kritik nicht ganz so zum Tragen, wie beim Lesen. Aber ich war ehrlich gesagt recht früh von Grants sexuellen Bedürfnissen genervt und manch Formulierungen störten mich besonders beim Lesen, sodass ich diese Reihe nicht weiter verfolgen werde.

Rezension verfasst von © Janna

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Die Peter Grant-Reihe:
Band 1 ~ „Die Flüsse von London“
Band 2 ~ „Schwarzer Mond über Soho“
Band 3 ~ „Ein Wispern unter Baker Street“
Band 4 ~ „Der böse Ort“
Band 5 ~ „Fingerhut-Sommer“
Band 6 ~ „Der Galgen von Tyburn“
Band 7 ~ „Die Glocke von Whitechapel“
Band 8 ~ „Ein weißer Schwan in Tabernacle Street“
Taschenbuch

Titel: Die Flüsse von London
Buchreihe: 1. Band
Autor: Ben Aaronovitch
Verlag: dtv
Aus dem englischen übersetzt von: Karlheinz Dürr
Hörspiel

Titel: Die Flüsse von London
Hörspielreihe: 1. Teil
Autoren des Hörspiels: Miron Kleinbongard & David Gromer
Sprecher_innen: Leonard Hohm, Kerstin Dietrich, Angelika Bender, Maximilian Laprell, Arlett Drexler & Max von Thun
Verlag: Audible Studios

Diese Reihe gibt es als
Taschenbuch, Hörbuch, Hörspiel und als Comic:

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