„Der Garten der schwarzen Lilien“ | Katharina V. Haderer

Das Buch wurde mir vom Droemer Knaur Verlag kostenlos zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung gestellt. Meine Rezension basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Leseeindrücken und wird durch eine Bereitstellung des Buches nicht beeinflusst.


Die Stadt der Toten

Obwohl sie einander noch immer nicht vertrauen, sind die Alchemistin Mirage und der Gardist Zejn aufeinander angewiesen, um endlich »Nifs Rückgrat« sicherzustellen. Das Schwert der Totengöttin Nif verleiht seinem Träger Macht über die Toten, und nach wie vor werden mit seiner Hilfe Verstorbene aus ihren Gräbern erweckt; in den Straßen des prächtigen Stadtstaats Tradea herrscht blutiges Chaos. Einige Hinweise führen Zejn und Mirage schließlich zum »Skorpion«, dem Oberhaupt einer mächtigen Diebesgilde. Tatsächlich hat der Dieb »Nifs Rückgrat« an sich gebracht – doch er ist keineswegs der Einzige, der das Schwert der Totengöttin für seine ganz persönlichen Zwecke nutzen will. Weder Mirage noch Zejn ahnen das Ausmaß der Verschwörung, der sie sich gegenübersehen – und welchen persönlichen Preis sie werden zahlen müssen, um die verderbte Macht der Waffe endgültig zu bezwingen.

Inhalt laut Verlag

Der zweite Band knüpft nahtlos an den ersten an, was mir absolut gefällt! Ebenso kommen am Ende Ereignisse zutage, die im ersten Band offen gelassen wurden, denn ein Myling blieb zurück in Svonnheim, ohne das sich jemand mit solch einem Nachkomme Nifs auskennt. Somit absolute Neugierde auf den dritten Band der Black Alchemy-Reihe meinerseits!

Die Stadt der Toten ist der Titel meiner Rezension, doch Tradea selbst ist davon nicht befallen. Glaubte ich zu mindestens, doch wenn das Rückgrat der Totengöttin Nif in falsche Hände gerät, tummeln sich die Toten dort, wo sie nicht sein sollten.

Angst wird ein Teil von dir bleiben, Kind. Sie werden dir Angst machen. Du wirst Angst haben. Du wirst ihnen Angst machen. Das ist der Kreislauf deiner Natur. Dem Menschen ist vorgegeben, den Tod zu fürchten.

Seite 9 – eine Erinnerung von Mirage

Ich hatte so sehr gehofft mehr von und über Mirage zu erfahren, was ich auch tat und doch sind noch so viele Fragen offen. Und besonders eine neue Frage hat sich ergeben, doch darauf kann ich nicht genauer eingehen, ohne etwas von der Handlung vorwegzunehmen. Ich hoffe das im abschließendem Buch der Trilogie darauf eingegangen wird!

Ich bin ein Fan beider Protas – von Mirage, so wie von Zejn. Diesen Disput zwischen ihnen liebe ich! Die Kapitel wechseln sich zwischen ihnen ab, diesmal erhält auch Mirage mehr Raum. Sie muss jedoch mehr einstecken als Zejn und sie könnte auf andere Leser:innen auch unsympathischer wirken, was ich sehr schade finde! Was mein einziger Kritikpunkt ist, ist auch einer, der meine Leselust etwas ausbremste am Anfang. Im ersten Band steht vor allem Zejn im Mittelpunkt, ich hatte mir gewünscht das es im zweiten Band anders herum sein würde. Ich lese Zejn sehr gerne und ich denke da erwartet ihn noch Großes im abschließenden Teil, doch auch Mirage sollte nicht unterschätzt werden!

Sie ist eine Frau die ihre Vergangenheit vergräbt, Herrscherin von Alchemika und eine Frau, die als Kind schon hätte tot sein sollen. Im ersten Band gab es einige Informationen zu Zejn und seinen Tagen vor Svonnheim, nun gibt es verschiedene Rückblicke in Mirages Vergangenheit. Dennoch bleibt sie mir weiterhin verschlossen, ihre Passagen geben Einblicke, aber keine Antworten. Somit erhoffe ich auch von ihr im Abschlussband noch weitere Antworten und unerwartete Ereignisse!

Die Geschichte braucht etwas, um einen Sog aufzubauen, doch dies störte mich nicht. Ich erfuhr mehr über und von Zejn und Mirage, die sich verschiedenen Hindernissen stellen müssen, bevor sie sich wieder der Suche nach Nifs Rückgrat widmen können. Doch nach und nach wird die Geschichte düsterer und tödlicher. Zumal ich es weitaus lieber habe, wenn Geschichten, auch bei einer Trilogie, sich aufbauen und einen leichten Spannungsbogen knüpfen, anstatt von einer Szene in die nächste zu stolpern. Die Ereignisse in diesem Buch sind nicht überzogen, selbst die rasanteren Szenen zum Ende hin sind stimmig aufeinander aufgebaut.

Kurzzeitig wollte ich jedoch laut brüllen, denn das Mirage und Zejn sich auch nur ansatzweise in irgendeiner Form näher kommen, ist etwas das ich nicht will! Wenn sich im abschließenden Band eine Freundschaft entwickelt bin ich angetan, alles darüber hinaus will ich nicht lesen. Ich möchte nicht einen weiblichen und einen männlichen Charakter, die dort enden, wo solche Konstellationen immer gerne enden!

Aufgrund des Titels hatte ich gedacht, dass die Königslilie eine größere Rolle spielen wird. Im Garten der schwarzen Lilien findet sich auch ein kleiner Trupp wieder, doch gänzlich anders als ich gedacht hatte. Dies ist gut, denn ich wurde mit verschiedenen Wendungen am Ende überrascht. Doch das, was die Königslilie verkörpert, ist innerhalb von zwei Seiten erzählt und spielt für die Geschichte selbst keine bedeutende Rolle. Ihrer Figur steckt(e) so viel Potenzial für Frauenpower, Feminismus und vielem mehr inne, was jedoch leider nicht ausgeschöpft, sondern nur am Rande skizziert wurde – schade, sehr schade! Mein Appell an die Autorin: gerne ein Lilien-Prequel zu der Reihe!

Unter den Menschen heißt es, man sucht sich seine Familie nicht aus, seine Freunde aber schon. Die Nachtelfen hingegen behaupten, dass Gaiga – das Lebensnetz, das diese Welt umspannt – jedes Lebewesen mit just jener Familie umgibt, die es braucht, ob nun im Blute oder im Geiste.

Seite 222/223

Ich erfuhr mehr zur Entstehung des Schwertes und über die verschiedenen Götter, bewegte mich in den Glyphenpfaden und hörte vom Schwarzmarkt. Ich besuchte das Traum-Emporium und sank dank „Flüssig Luft“ in die Tiefen des Wassers. Doch anstatt sich auf den Weltenbau zu konzentrieren, erschafft die Autorin eine Szenerie die mich bereits in Band 1 mitten hineinwarf, ohne das ich Schwierigkeiten hatte mich darin zu orientieren. Fast beiläufig erfahre ich alles wichtige, um die Ereignisse und Geschehnisse zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. Im Fokus stehen die Protagonist:innen, ihre Handlungen und das Überleben.

Der Krieg ist noch offen und einen Kampf ohne Tote zu überstehen ein utopischer Gedanke. In diesem Band muss Abschied genommen werden und ich trauere dem Charakter hinterher! Da hat mich Autorin Katharina V. Haderer genau dort getroffen, wo es weh tun sollte und sie hat einen einnehmenden Abschied geschrieben.

Ein absolut fesselndes und herzzerreißende Ende und somit ein großes Hibbeln meinerseits auf den dritten Band! Allein das Cover ist ja ein absoluter Blickfang und ich bin neugierig was mich im letzten Teil der Trilogie erwarten wird.

Rezension verfasst von © Janna


Meine Rezension zum Reihenauftakt:

– Weitere Eindrücke –
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Buchdetails
Titel: Der Garten der schwarzen Lilien
Buchreihe: 2. Band
Autorin: Katharina V. Haderer
Verlag: (Droemer) Knaur
— Rezensionsexemplar —
Black Alchemy-Trilogie
Band 1 ~ „Das Schwert der Totengöttin“
Band 2 ~ „Der Garten der schwarzen Lilien“
Band 3 ~ „Der Herrscher des Waldes“ (erscheint voraussichtlich Juni 2020)

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Nico aus dem Buchwinkel
8 Monate her

Liebe Janna,

ich hatte das Buch bzw. die Serie auch schon in der Hand, habe es dann aber wieder weggelegt, weil es mir zu sehr nach Romance roch. Das scheint doch (zumindest vor dem letzten Teil) nicht der Fall zu sein. Schade aber, dass die feministischen Chancen, die das Buch geboten hätte, nicht genutzt wurden. Es freut mich ja total, dass der Feminismus langsam auch in Fantasywelten Einzug erhält.

Liebe Grüße,
Nico