Das bewegte Wort – Eine Couchparty

Das ich Geschichten in sämtlichen Formaten liebe, ist wohl kein Geheimnis mehr, dazu zählen eben auch Filme und Serien. Mir fällt es leichter Rezensionen zu Büchern zu verfassen, aber ich möchte auf Eindrücke zu unserer Kategorie „Das bewegte Wort“ nicht verzichten, auch wenn dies meist kurz und knackig und somit mehr eine Kurzmeinung ist.

Bei zwei Streamingdiensten bin ich recht oft zu Besuch und habe von dort ein paar Filme und Serien mitgebracht, die ich dir alphabetisch vorstellen möchte. Es handelt sich um keine humorvollen Szenerien, sondern um düstere Geschehen und (mitunter) brutale Handlungen!

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| Netflix |

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„Der Kreis“ (Film mit deutschem Untertitel)

Eine Gruppe fremder Menschen, die sich mit einer Handbewegung gegenseitig töten, um die eigenen Chancen auf das Überleben zu erhöhen, da kostet diese Entscheidung wenig Überwindung – oder?
Dieser Film wartete schon lange in meiner Merkliste, denn ich wusste nicht, ob ich ihn wirklich ohne deutsche Synchronisation sehen will. Ich lese und gucke eigentlich fast alles auf Deutsch, wenn es dir auch so ergeht, kann ich dir diesen Titel „dennoch“ empfehlen. Ein wenig unbefriedigt lässt mich das Ende zurück. Ich mag offene Fragen, auch wenn zu mindestens angedeutet wird, wer dahintersteckt, so bleibt das warum jedoch unbeantwortet. Für mich in diesem Fall nicht passend. Der Film selbst lässt dadurch aber auch viel Interpretationsmöglichkeit, die auch von den Protagonist:innen aufgegriffen wird. Bereits zu Beginn ist die Situation sehr eindringlich und steigert sich im Verlauf. Es hätte jedoch noch tiefer in die menschlichen Abgründe gehen dürfen.
Genre: Science Fiction | Horror

Die zwölf Geschworenen (Mini-Serie)

Frie wird des zweifachen Mordes angeklagt und zwölf Geschworene entscheiden am Ende über Schuld oder Unschuld. Die Handlung konzentriert sich jedoch nicht nur auf den Fall und einzelne Rückblicke, sondern befasst sich auch mit den Geschworenen und ihren privaten Problemen. Es ist ein klarer Blick auf das System dahinter, ohne die Dramaturgie zu überziehen. Einsamkeit, körperliche Gewalt, Bestechung und mehr, schnell wird klar, dass die Geschworenen von ihrem eigenen Leben eingenommen werden und sich nicht vollends auf den Fall konzentrieren. Dies skizziert gelungen, wie problematisch es mitunter sein kann, wenn Menschen ohne berufliche Qualifikation über das Leben einer einzelnen Person entscheiden. Diese Szenen nahmen mir jedoch einen zu großen Raum innerhalb der zehn Folgen ein und besonders die Beratung zum Ende hin wurde mir zu schnell abgeschlossen. Auf der anderen Seiten zeigt dies die Lücken eines solchen Systems auf, ohne den Schwerpunkt darauf zusetzen. Bezüglich der Mordanklagen gegenüber Frie, folgen nach und nach die Antworten, legen sich wie ein Schatten über die einzelnen Folgen. Nur wir als Zuschauer:innen kennen das gesamte Bild, die Tathergänge, die Verantwortlichen. Dies bleibt auch nach dem Beenden so und doch gibt es für beide Morde je ein Urteil.
Genre: Krimi | Drama

Tabula Rasa (Mini-Serie)

Mie leidet unter Gedächtnisverlust und kann sich immer nur an einen kurzen Zeitraum erinnern. Als dann ein Mann spurlos verschwindet, Mie die Letzte ist, die ihn gesehen hat und verletzt im Wald gefunden wird, wird sie eingewiesen in eine psychiatrische Klinik. In den zehn Folgen gibt es zwei Erzählstränge – einer der in der Gegenwart spielt, sowie verschiedene Rückblicke, die Schritt für Schritt auf den Tag zu gehen, an dem Mie im Wald gefunden wurde. Mie wird verhört, sie kann sie jedoch nicht an eine Begegnung mit dem verschwundenen Mann erinnern. Bereits am Abend zerrinnt ihr der Morgen zwischen den Fingern … Leider lassen die stereotypischen Protagonist:innen nicht lange auf sich warten, dennoch schafft es die Atmosphäre und die verborgene Geschichte darin, mich vom Abschalten abzuhalten. Es gibt zwei Rollen, ein Patient und der Ehemann, die sich der herkömmlichen Klischees bedienen und die letzte Folge verläuft nicht zu meiner Zufriedenheit, aber das gelungene Springen innerhalb verschiedener Genres gleicht dies wieder aus! Eine Geschichte zwischen Drama und Mystery.
Genre: Mystery

The Strangers – Opfernacht (Film)

Eigentlich braucht es nur wenige Worte: Gewisse Filme sollten alleinstehend bleiben! Ich liebe „The Strangers“, weil der Film ohne große Effekte eine beklemmende Atmosphäre schafft. Nach und nach baut sich die Spannung auf, die Angst der Protagonist:innen spürbar und zunächst rein auf psychischer Ebene gewaltvoll, bis es am Ende blutig wird.
Dieser zweite Teil ist ein mangelnder Versuch, die Geschichte weiterzuerzählen – ein Flop! Es fehlt dem Film an Gespür für die Entwicklung, den Spannungsaufbau, für den Aufbau einer beklemmenden Atmosphäre. Relativ schnell war ich inmitten eines Splatterfilms, Hauptsache „Hau drauf“ und somit gänzlich anders als sein Vorgänger (welcher zum Ende hin auch brutal wird, aber nicht auf solch platter Ebene). Und auch Splatter ist hier nicht die zutreffende Bezeichnung, da dafür nicht genug Blut fließt – so oder so, eine Enttäuschung!
Genre: Horror

| Prime |

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The Boat (Film)

Irgendwie hatte ich mir etwas anderes vorgestellt, auf mehr Horror gehofft und kann den Film dennoch empfehlen. Schon in „Cast Away“ bewunderte ich Tom Hanks dafür, so gelungen alleinstehend eine Geschichte zu erzählen und eben dies hat auch Winston Azzopardi geschafft. Nur er. Auf einem Boot irgendwo im Nirgendwo, wobei jeder Fluchtversuch zunichtegemacht wird. Vom wem bleibt den ganzen Film unbeantwortet – sehr gut!
Etwas ist dort auf diesem Boot, einem Boot dem der Fischer zu Hilfe eilen wollte. Nun jedoch hält ihn das Boot gefangen, sein eigenes Fischerboot auf den weiten des Meeres. Ohne das viel geschieht, baut der Film eine schaurige Atmosphäre auf, welche für meinen Geschmack feiner hätte skizziert werden dürfen.
Genre: Horror, Mystery

The Lodge (Film)

Die Eltern sind geschieden, der Vater mit neuer Freundin, die Mutter nimmt sich das Leben. Nun soll die Familie neu finden und die zwei Kinder fahren allein mit der Freundin des Vaters in eine Hütte, fernab der Zivilisation. Ein Film der durch die Genres springt und mich genau deshalb überzeugte!
Die düstere Atmosphäre greift von Beginn an und die Geschichte wirkt zunächst auch im Horror-Genre zu Hause, doch es ist vielmehr eine Tragödie, mit der sie beginnt und mit der sie endet. Ich möchte gar nicht viel mehr schreiben, da es sonst zu viel vorwegnimmt. Einfach anmachen und sehen, wohin es dich führt – wobei zartbesaitete sich auf gewisse schaurige Szenen einstellen sollten.
Genre: Drama | Psychothriller | Horror

Unkown User: Dark Web (Film)

Ich hätte es ahnen können, reizvolle Thematik mit überzogener Darstellung. Ich will damit nicht das Dark Web verharmlosen und kann nur spekulieren, wie weit die Kriminalität reicht, ob es Grenzen gibt oder es ein Sündenpfuhl ohne Boden ist. Ich weiß nicht, wie sehr du dich in diesem Genre auskennst und Handlungen erahnen kannst, für mich kam das alles wenig überraschend. Obendrauf auch recht anstrengend zu sehen, da es einiges zu lesen gibt und die Textnachrichten je nach Bildschirmgröße nicht gut zu erkennen sind. Trotz Brille auf der Nase! Davon abgesehen überzeugt die Geschichte aber auch nicht, da es sich der herkömmlichen Klischees des Genres bedient und für Genre-Fans wie mich, nichts Neues zu bieten hat.
Wie schon im Vorgänger „Unkown User“ spielt die Handlung sich nur auf einem Desktop ab, auf dem verschiedene Videochats sowie Textnachrichten zu sehen/lesen sind.
Genre: Horror

„Upgrade“ (Film)

Bei diesem Film wusste ich vorab so gut wie nichts, nur das der Protagonist einen Überfall überlebte, bei dem seine Freundin ermordet wurde. Ich dachte es würde sich um einen (actionreichen) Thriller handeln, doch was dann im Verlauf geschah, packte mich! Besonders da es nicht mit einem typischen Ende daherkommt, was nicht heißt, die eine oder der andere würde nicht vorab schon ahnen, worauf es hinausläuft. Ich kann den Film jedoch ganz klar empfehlen und rate dir, keinen Trailer zu schauen oder dich nicht zu sehr, am besten gar nicht, in den Inhalt hineinzulesen. – Ja, mehr verrate ich an dieser Stelle nicht, gehe so unwissend zu dieser Couchparty, wie ich es tat!
Genre: Science Fiction (künstliche Intelligenz)

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Rezensionen verfasst von © Janna

Kennst du einen dieser Titel oder konnte ich dich auf einen neugierig machen?

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christin
2 Monate her

Tabula Rasa hatte ich damals direkt geschaut als es neu drin war. Ja, die serie hat schwache Momente, aber im ganzen hat sie mich überzeugt und ich würde sie jedem empfehlen, der auf der Suche nach einer Serie aus dem Genre ist.

Der Rest von den Netflix serien/Filmen ist nicht so meins.

Bei prime kenne ich Upgrade schon was länger. Hatte damals absolut keine Ahnung was mich erwartet und war letztlich echt angetan von dem Film!

christin
Reply to  Janna
2 Monate her

sind nicht meins, ergo sind nichts für mich, werde ich nicht gucken :P

Hatte jetzt „Astra“ ganz neu durch und werde wohl mal wieder einen probemonat bei amazon ausschöpfen und dort the boyz und so weitersuchten :D

Nenatie
2 Monate her

Hallo Janna :)
habe noch keine der Serien oder Filme gesehen! Aber „Tabula Rasa“ und „Upgrade“ klingen sehr interessant und landen auf meiner Watchlist!

LG

Conny's Bücherbubble
Conny's Bücherbubble
2 Monate her

Huhu, ein paar der Filme habe ich auch gesehen und stimme weitestgehend mit eurer Meinung überein. Auf die Anderen bin ich gespannt.