3 Geschichten ~ 3 Eindrücke | Christopher Moore

Willkommen in Pine Cove!

Ich wusste zuerst gar nicht, dass es sich hierbei um eine Reihe handelt und hatte mit Band 2 („Der Lustmolch“) begonnen. Dies ist jedoch irrelevant, da alle bislang drei erschienenen (Hör)Bücher unabhängig voneinander zu lesen oder zu hören sind, es lohnt sich jedoch wirklich alle Bände zu genießen. Ich mag Moores Humor, auch wenn ich bei manchen Formulierungen stolperte, so passt das Gesamtbild zusammen und unterhält (mich) gelungen.


„Der kleine Dämonenberater“ – Band 1

Travis O’Hearn hat ein Problem: Seit er vor siebzig Jahren eher aus Zufall einen Dämon geweckt hat, weicht ihm dieser nicht mehr von seiner Seite. Und Catch ist beileibe kein angenehmer Zeitgenosse, denn er hat einen unstillbaren Appetit auf menschliches Fleisch. Um dem dämonischen Treiben endlich ein Ende zu setzen, macht sich Travis auf den Weg zum König der Dschinn – der Einzige, der Catch in die Hölle verbannen kann, aus deren Staub er einst gekrochen kam …

Klappentext

Ich habe es fast so gerne gehört wie „Der Lustmolch„, wobei ich Band 2 doch besser fand. Diesmal brauchte ich etwas, um in Pine Cove anzukommen, doch dann nahmen mich die Ereignisse ebenfalls für sich ein!

Schon doof, wenn aus Versehen ein Dämon geweckt wird und dieser nun auf Schritt und Tritt in der Nähe bleibt! So ergeht es auch Travis, wobei er von dieser unfreiwilligen Begleitung profitiert – es lässt sich weitaus schlechter sterben! Und dann ist da auch noch ein Dschinn, der den Dämonen Catch auf den Versen ist – dazwischen die Bewohner:innen der Kleinstadt Pine Cove.

Ich mag diesen Ort, die Menschen die dort wohnen, den Wechsel zwischen Humor und etwas derben Handlungssträngen bzw. Ereignissen. Darin versteht sich Moore sehr gut, denn ohne ein Lachen und mehrmaligem Schmunzel lese oder höre ich keine Geschichte des Autors. Dennoch ist der Verlauf nicht für jede:n Prostagonist:in angenehm, denn innerhalb dieser Geschichte ist Catch auf der Jagd nach ihnen. Travis geht in das kleine Städtchen, um seinen dunklen Begleiter endlich loszuwerden, doch eben dieser begleitet ihn dabei und verspürt großen Hunger. Und was frisst ein Dämon? Logisch, Menschen! Doch diese Szenerien sind nicht voller Splatter oder übertrieben ausgeschmückt, sondern passend zu dem rauen Humor.


„Der Lustmolch“ – Band 2

Für sich genommen sind die Ereignisse in der Kleinstadt Pine Cove nicht besonders schicksalsträchtig: Die Barbesitzerin sucht einen Blues-Sänger; Bess Leander, brave Hausfrau und Opfer einer Überdosis Antidepressiva, erhängt sich; und aus der Kühlleitung des nahen Atomkraftwerks läuft radioaktives Wasser ins Meer. Im verseuchten Seewasser wächst ein Ungeheuer von gigantischem Ausmaß heran, das der Gitarrist Catfish mit seinem Blues an Land lockt. Probleme bekommt die Psychotherapeutin von Bess, die die gesamten Stadt großzügig mit Antidepressiva versorgt. Daher beschließt sie kurzerhand die gesamte Stadt auf Entzug zu setzen. Als Nebeneffekt ist eine dramatisch gesteigerte Libido zu vermelden, die bald für allerhand Trubel sorgt und auch das Seeungeheuer nicht verschont. Als dann auch noch die Polizei ins Spiel kommt, die den Tod von Bess untersucht, überschlagen sich die Ereignisse…

Klappentext

Christopher Moore, da sollte mich nichts überraschen, oder?! Dennoch frage ich mich immer wieder, wie der Autor auf diese wundervoll skurrilen Geschichten kommt, woher stammen seine Ideen!? Mit „Lustmolch“ hat er mich dann nochmals überrascht mit dem, was mir in der Stadt Pine Cove begegnete!

Ein Seeungeheuer das an Land geht und eine Kleinstadt steht Kopf! Niemand kann die Finger voneinander oder sich selbst lassen, Sex liegt in der Luft. Flüssige Medizin wird auf Eis getrunken. Und eine Therapeutin stellt gleich bei allen Patient:innen die Medikation ein.

Die Protagonist:innen die relevant für den Verlauf sind, bekommen alle ihr Plätzchen in der Geschichte und ließen mich an den Ereignissen und Gedanken teilhaben. Als ich beim Hören mitbekam, das es sich hierbei um eine Reihe handelt, habe ich mich wirklich gefreut. Ich mochte die Stadt und ihre Menschen von Beginn an und freue mich dem einen oder anderem Namen in den weiteren Geschichten nochmal zu begegnen.

Der Lustmolch ist manchmal etwas derbe. Zuallererst ist es jedoch humorvoll, wobei du Moores Humor mögen solltest, denn der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund und hat eine etwas schräge Phantasie. Die Konstellationen, die sich aus der unstillbaren sexuellen Begierde entwickeln, ließen mich stutzen und schmunzeln. Die Geschichte verlangt keinen tieferen Sinn, sie dient der Unterhaltung und eben dieses schräg-witzige hat mich überzeugt!


„Der törichte Engel“ – Band 3

Weihnachten – eine besinnliche, eine friedliche Zeit: In einem Streit um Weihnachtsbäume erschlägt Lena Marquez ihren Exmann Dale, und ausgerechnet der kleine Josh muss das Unglück mit ansehen. Nun glaubt der Junge, der Weihnachtsmann sei ermordet worden, da Dale noch in einem Kostüm von Santa Claus steckte. Mit aller Inbrunst betet Josh gen Himmel, Santa möge wieder auferstehen, und tatsächlich wird sein Flehen erhört. Erzengel Raziel erweckt Dale zu neuem Leben, allerdings auch die anderen Toten vom Friedhof, die der weihnachtlichen Stille in Pine Cove ein jähes Ende bereiten …

Klappentext

Um den Dezember rum greifen viele Leser:innen zu weihnachtlich-winterlichen Büchern, wovon ich mich nicht ausnehme. Aber manchmal muss es die etwas andere Weihnachtsgeschichte sein und wer wäre da besser geeignet, als Moore und seine Kleinstadt Pine Cove!?

Nachdem ich im Verlauf des Jahres bereits mehrmals in der Stadt war, zog es mich nun im Dezember dorthin zurück. Alles mit einem Augenzwinkern zu betrachten, was dort geschieht! Denn Moores Geschichten sind zum einen vor vielen Jahren erschienen und arbeiten mit ein paar Klischees, dies jedoch sind humorvoll und mitunter sarkastisch wahrzunehmen.

Und es ist eine gänzlich andere weihnachtliche Geschichte, denn wenn wieder zum Gras gegriffen und Medikamente abgesetzt werden, wenn unüberlegte Wünsche plötzlich wahr werden und die auf IKEA-fixierten Zombies auferstehen, dann sei dir gesagt:
Willkommen in Pine Cove. Der Stadt in dem ein Fremder dir beim Verschwinden des gerade getöteten Ex-Ehemannes hilft und Flughunde sprechen.

Ich habe über gewisse Szenen (Klischees) hinweggelesen und mich gut unterhalten gefühlt, doch sei gewarnt, vom Autor selbst:

Falls Sie dieses Buch als Gechenk für Ihre Großmutter oder ein Kind kaufen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass es sowohl Kraftausdrücke als auch geschmackvolle Beschreibungen von Kannibalismus und Leuten enthält, die Sex haben, obwohl sie über vierzig sind. Sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt.

Warnung des Autors, Seite 8

Wenn du also mal eine Weihnachtsgeschichte lesen möchtest, die dir so noch nicht begegnet ist und auch noch ein wenig deine Lachmuskeln anregen möchtest, greif zu. Ich muss definitiv wieder verstärkt zu den Titeln des Autors greifen und mich beim Lesen einfach mal berieseln lassen. Seine Geschichten wollen nichts weiter als unterhalten und das gelingt ihm und seinen Protagonist:innen recht gut!

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Kurzmeinungen verfasst von © Janna

Wirst du Pine Cove einen Besuch abstatten?

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Titel: „Der kleine Dämonenberater
Buchreihe: 1. Band
Autor: Christopher Moore
Sprecher: Simon Jäger
Verlag: Der Hörverlag (Verlagsgruppe Random House)
Print: Goldmann (Manhatten)
Titel: „Der Lustmolch
Buchreihe: 2. Band
Autor: Christopher Moore
Sprecher: Simon Jäger
Verlag: Audible
Print: Goldmann
Titel: „Der törichte Engel“ (nur noch gebraucht erhältlich)
Buchreihe: 3. Band
Autor: Christopher Moore
Verlag: Goldmann (Manhatten – Verlagsgruppe Random House )
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