3 Geschichten – 3 Eindrücke | Tanja Hanika

Das Buch wurde mir von der Autorin Tanja Hanika kostenlos zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung gestellt. Meine Rezension basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Leseeindrücken und wird durch eine Bereitstellung des Buches nicht beeinflusst.


SAMMELBAND

Drei sehr unterschiedliche Geschichten, welche mit Triggerwarnungen versehen sind. Jede Geschichte hat ihren ganz eigenen Stil, obwohl sie alle von derselben Autorin geschrieben wurden. Horror, Schauergeschichten und einiges dazwischen.

Von Tanja Hanika gab es drei „e-book only“ Titel, diese sind nun in einem Taschenbuch als Sammelband vereint. Eine davon kenne und liebe ich bereits, „Ich verwese“ ist meine absolute Lieblingsgeschichte von Tanja!


Ich verwese

Ich bin nicht mehr ich.
Elisa sitzt mit ihren Kindern beim Zahnarzt, als ihr Mann sie von der Arbeit anruft. Sie soll sofort aufbrechen und mit den beiden nach Hause fahren. Schon auf dem Parkplatz vor der Praxis erkennt sie, dass etwas nicht stimmt: Panik ist unter den Menschen ausgebrochen. Obwohl Elisa alles gibt, um ihre Kinder und sich zu beschützen, spürt sie bald, dass sie infiziert worden ist. Als Zombiewesen kennt sie keine Gefühle und hat keine Erinnerungen an ihr Leben mehr. Da ist lediglich dieser enorme Hunger, der nicht nur Elisa zur Gefahr für die Menschen werden lässt. Auch als Zombie gibt es Widrigkeiten zu bestehen, wenn man seine Zähne in köstliches Menschenfleisch rammen möchte.

Klappentext

Der Titel lässt erahnen, wohin die Seiten führen werden. Doch wie tief die Worte gehen würden, hätte ich nicht geahnt. Von Elisa zum Zombiewesen. Wie sie eben noch in einer Praxis mit ihren Kindern saß und dann verblassen die Erinnerungen, sie wird zu einem Wesen, welches nur noch von Hunger geplagt ist. Eine Horrorgeschichte, eine Zombiegeschichte. Innovativ. So emotional und einnehmend. Mein Tanja-Highlight.

– Mehr zum Inhalt in meiner Kurzmeinung (2020) –

Krampusnächte
Wenn Albträume wahr werden

Ava verbringt mit ihrem Mann und den Kindern einen vorweihnachtlichen Urlaub in den Alpen. Die Albträume ihrer Tochter Nele von einer Krampusgestalt vor ihrem Fenster werden für Ava zur Nervenprobe: Was ist wirklich nur ein Hirngespinst, was womöglich doch Realität? In ihr wächst die Überzeugung, dass doch mehr hinter den Albträumen ihrer Tochter steckt, denn vielleicht ist es gar kein Monster, das in die Ferienhütte eindringen will …

Klappentext

Oh war ich gespannt auf das Ende! Tanja ist es gelungen, dass ich immer wieder zweifelte. Gibt es dieses Wesen, lässt Ava sich zu sehr von den Alpträumen ihrer Tochter mitreißen? Verschiedenste Ereignisse lassen sich nachvollziehbar erklären, aber auch andere Interpretationen sind möglich. Da die Geschichte auf eben diesen zwei Fragen aufgebaut ist, lässt sich an dieser Stelle auch nicht mehr über den Inhalt schreiben. Es würde den Ereignissen ihren Flair stehlen. Das Ende leicht offen, auch wenn es in eine deutliche Richtung zeigt. So zu mindestens liest es sich für mich, das gefällt mir, es bleibt auch hier ein Hauch Interpretationsfreiheit.

Die Gruft des Doktor Amorbius

Ist es die Einsamkeit, die in ihm schlummert, oder eine bislang verborgene Dunkelheit, die an die Oberfläche bricht? Doktor Konrad R. Amorbius macht sich eines unsäglichen Verbrechens schuldig: Er heuert Leichendiebe an. An den toten Körpern forscht der Doktor, um wichtige Erkenntnisse zu erlangen, die Medizin zu verbessern und viele Menschenleben zu retten, nachdem er es nicht vermochte, die Krankheit seiner geliebten Frau zu heilen. Seine Moral wird bald auf eine harte Probe gestellt und die Folgen sind schlimmer als des Doktors schlimmster Albtraum – und schreckliche Dinge zu träumen vermag er so gut, wie er sein blutiges Handwerk beherrscht. Eine folgenschwere Nacht führt ihn immer wieder zur Familiengruft, die fortan ein düsteres Geheimnis vor der Welt verbirgt.

Klappentext

Die heftigste der drei Geschichten, denn das, was geschieht als er durch einen anderen Menschen an seine verstorbene Frau erinnert wird, ist zwar nicht detailliert beschrieben, aber intensiv genug umschrieben. Dies verrät absolut nichts, ich weiß, aber bevor es geschieht, wird es angedeutet und kann übersprungen werden. Diese Intensität ist jedoch im weiteren Verlauf nicht zu finden. Was nach Kritik klingt, ist jedoch keine. Was aus jener Nacht folgte ließ Böses erahnen und es wird blutig, was sich nicht vermeiden ließ. Doch es wird zwischenmenschlich skizziert. Die innere Zerrissenheit von Konrad ist spürbar. Das Ende stimmig für die Geschichte.

BUCHDETAILS
Titel: Ich verwese, Krampusnächte – Wenn Albträume wahr werden & Die Gruft des Doktor Amorbius
Sammelbandband
Autorin: Tanja Hanika
Paperback: 276 Seiten
Verlag: Independently published | [Selfpublishing]

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3 Kommentare
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Gabi
19 Tage her

Liebe Janna,

die Klappentexte machen einen schon super neugierig auf die drei Geschichten. Und Deine Meinung dazu redet sie einem auch wirklich nicht aus ;-)

Diese Sammlung ist ein schönes Beispiel dafür, wie sich die Literaturlandschaft durch Selfpublisher verändert hat, denn so ein Print-Format mit drei Geschichten hätte es früher nicht gegeben und ist bei Verlagen auch selten zu finden. Dafür feiere ich die Freiheiten, die sich Selfpublisher nehmen und die Bücherwelt damit sehr bereichern.

LIebe Grüße
Gabi

Gabi
Reply to  wortberauscht
3 Tage her

Hallo Janna,
sorry, dass ich so spät dran bin mit meiner Antwort.
Ich bin eher der Fan von eBook-Kurzgeschichten als von Sammelbänden. Ich hab immer das Gefühl, ich müsste alle Storys in einem Sammelband zügig hintereinander weglesen. Bei einzelnen eBooks sehe ich das entspannter und kaufe mir immer mal eine, wenn mir danach ist.
Und ich bin mir übrigens auch nicht zu schade dafür, über eine Geschichte von 8 Seiten oder so eine eigene Rezension zu schreiben. Egal wie lang, jede Geschichte hat einen eigenen Beitrag verdient ;-)
LIebe Grüße
Gabi